kehrte nach Tirol zurück; aber der Einfall der Baiern mißlang,Rotenburg selbst wurde gefangen genommen, und Georg mußtesich zu einem neuen Vertrage verstehen, wonach er mit Vorbehaltseiner geistlichen Rechte ans sein Bisthnn? verzichtete (9. Dcccn?-bcr 1410) und dafür von den Einkünften desselben jährlich 1000Ducatcn ausbezahlt erhielt. Er begab sich dann nach Wien wie-der zurück. Die ganze Verwaltung des Bisthums nahm HerzogFriedrich in seine Hände, die geistlichen Angelegenheiten besorgteein Susfragan und Vicar"). Rotenburg machte ebenfalls seinenFrieden mit dem Herzog, starb aber bald darnach (1411).
Bischof Georg nahm seinen vorläufigen Aufenthalt inNikolsburg; er war aber keineswegs gesonnen sich dnrch denVertrag, den er nur als einen erzwungenen betrachtete, bindenzn lassen und ans sein Bisthum zu verzichten. Da ihm augen-blicklich weiter keine Mittel zu Gebote standen seine Rechte gel-tend zu machen, so belegte er dm Herzog Friedrich, weil er inkeiner Weise an die durch den Erzbischof von Salzburg undden Herzog Ernst getroffenen Bestimmungen sich gekehrt habe,weil er ihn? das Bisthum genommen, ihm sein Eigenthum anPontificalien, Büchern und anderen Dingen vorenthalte, mit deingroßen Kirchenbann. Sodann setzte er den Suffraganbischof Jo-hann von Varna und den Generalvicar Johann von Jsnina ab.Beide Urkunden sind zu Nikolsburg an? 10. August 1411 aus-gestellt 2). Zwei Tage später ließ er eine andere Schrift ausgehen,worin er seine getreuen Lehnsleute und Unterthanen zun? Wider-stande gegen Herzog Friedrich ermahnt und endlich sendete erein Schriftstück mit ausführlicher Erzählung aller seiner Klagenüber den Herzog an den Papst Johann XXIII. ^). Papst Johannwar nicht in der Lage ihn? helfen zu können, aber er ernannteGeorg zun? Cardinal (1411). -Desgleichen gelang es ihm denKönig Sigmund von Ungarn für sich zn gewinnen. Georg begab
') Brandis 324.
2) Brandis 343. 347.
2) Brandis 350. 355.