— 312 —
Eiligst schickte er Boten nach den oberen Landen und essäumten auch nicht die Grafen und Herren ans Schwaben undElsaß aufs Schnellste herbeizuziehen. Dem drohenden Kampfezu begegnen, wendeten sich die Landherrcn an den König Wenzelund baten um die verheißene Hülfe. Allein dieser, vielleicht vonder Königin, der Schwester Albrcchts, anderen Sinnes gemacht,ließ sie im Stich. Bestürzt baten die Herren nun den ungarischenGrafen Ivan von Güns um Hülfe und forderten die Wienerzum Beistand auf. Aber beide sagten ihnen ebenfalls ab. Daverzagte ein großer Theil der Herren am Erfolg, zumal es aneinem Haupte fehlte, welches sie geeinigt hätte. Die meisten eiltenauf ihre Burgen, und diejenigen südwärts der Donau zuerstsuchten ihren Frieden mit dem Herzog zu machen, obwohl diesernoch keineswegs gerüstet und die Hülfe aus den oberen Landennoch nicht eingetroffen war. Sie erhielten auch den Friedenunter der Bedingung, daß sie dem Herzog gegen die Adligenauf der anderen Seite der Donau folgten. Da zögerten auchdiese nicht länger Frieden und Vergebung zu erlangen. Nurwenige machten noch eine Ausnahme, insbesondere Lcutold vonKuenring, der sich erst mit dem Herzog verglich, nachdem er ver-geblich noch einmal in Böhmen Hülse gesucht hatte, und Konradvon Sommerau, der nicht nachgeben wollte und endlich gezwun-gen wurde, aus immer das Land zu verlassen >). In welcherWeise Heinrich von Liechtenstein seinen Frieden mit dem Herzogmachte, wissen wir nicht; es scheint jedoch in guter Manier ohneweiteren Schaden seinerseits geschehen zu sein.
Daher finden wir ihn auch im Jahr 1304 ans gutem Fußemit Herzog Rudolf von Oesterreich, Albrechts Sohn. Beide,König Albrecht und Herzog Rudolf standen damals in schweremKriege mit König Wenzel von Böhmen, der sich bemühte, seinem
') Kurz, Oesterreich unter Ottokar und Albrecht I. 1. Bd. 173 ff;Ottokars Reimchronik 572 ff. An verschiedenen Orten wird bei dieser Be-gebenheit statt Heinrich v. L. Nicolaus v. L. genannt, was nur ein Namens-irrthnm sein kann.
WS»»»». M? OB. .