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lassen sich manche Züge erzählen, welche der Nitterdichtungentnommen zn sein scheinen.
Daß daneben auch der schwärmerische FraucncultnS indiesen Landen blühte, das beweiset, was Ulrich von Liechten-stein von seiner eigenen Kindheit und Jugenderziehung erzählt.„Da ich noch ein kleines Kind war", sagt er'), „da hörte ichoft vorlesen und hörte auch die weisen Männer sagen, daßNiemand rechte Würdigkeit erlangen könne, der nicht ohneWanken zum Dienst guter Frauen bereit wäre; Niemand seirecht froh, noch in der Welt wohlgemnth, als wer eine reine,tugendhafte Frau lieber habe, denn den eigenen Leib."
Ulrich nahm sich diese Reden zu Herzen und früh, „daer noch die Gerten ritt", beschloß er, immer mehr den Frauenzu dienen und Leib, Gut, Mnth und Leben ihnen zn widmen.In solchen Gedanken wuchs er auf; begierig überall von gutenFrauen zu hören, schlich er selbst denen nach, die er ihr Lobverkünden hörte. Allein es war die Nittcrsitte, den Diensteiner Dame zn widmen, und so mußte auch Ulrich sich eineauswählen und er erkor sich darum zur Dame seines Herzenseine hochgestellte Frau, der er, nach damaliger Sitte, als Edel-knabe diente und der er zugleich zur Erlernung höfischer Zuchtergeben war. Diese Wahl traf er schon im zwölften Jahr.Da er noch nicht um Liebe werben konnte, so suchte er wenig-stens ihr Liebesdienste zu erweisen, brachte ihr schöne Blumendar, freute sich, wenn ihre Hand die Stelle berührte, welchedie seine gefaßt hatte, und in seinem cxcentrischcn, von derMinncdichtung genährten Sinn trank er selbst das WascheWasser, das man vor dem Speisen über ihre Hände goß.
So diente er ihr verschwiegen und kindlich, bis die Zeitkam, daß sein Vater ihn der Fraucnzucht entnahm und zuweiterer rittcrmäßigcr Ausbildung einem hohen Herrn zumDienst übergab. Das war Markgraf Heinrich von Oester-
') Franeudimst o. a. O. 3, 5.