Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
8
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Mit dicscm Nachweis, den wir im Folgenden, übergehendzn den beglaubigten Nachrichten über das Hans Liechtenstein,führen iverden, fällt alle nnd jede Theorie von einer männ-lichen Abkommcnschaft von der Familie der Kuenringcr, undcS bleibt nur die spätere Verwandtschaft durch Hcirath übrig.

Auch von allen solchen fabelhaften oder hypothetischen Nach-richten und Angaben abgesehen, bieten die geschichtlichen Anfängedes fürstlichen Hauses Liechtenstein hinlänglich Schwierigkeitendar, welche zu mannigfachen Verwechslungen und abweichendenMeinungen geführt haben. Denn zu jener Zeit, als die erstenurkundlichen Nachrichten auftauchen, existirten der Häuser Liech-tenstein mehrere in Oesterreich und Deutschland, und es konntendie Fragen und die Zweifel nicht ausbleiben, welchem denn vondiesen verschiedenen Häusern die ersten Namen angehören.

Es gab ein Liechtenstein in Franken, eines in Schwaben,ein anderes in Graubündten, es gab ein viertes in Oester-reich, ein fünftes in Steiermark, ein Schloß Liechtenstein imnördlichen Mähren und endlich eine gräsliche Familie Liechten-stein, genannt von Castelkorn, im südlichen Tirol. Was diedrei crstcren betrifft, sowie das mährische Schloß Liechtenstein,so setzt sie keine Sage, keine Geschichte, keine Urkunde mit demfürstlichen Hanse in Verbindung, nnd »vir können sie daherunsrerseits auf sich beruhen lassen, ohne ihnen weitere Berück-sichtigung zn schenken. Dasselbe ist der Fall mit dem gräflichenTiroler Hause; auch mit dicscm und dem fürstlichen hat nieeine Verbindung bestanden, nur ist in späteren Zeiten einenicht seltene Verwechslung dadurch hervorgerufen worden, daßein Mitglied des Ocstcrrcichischcn Hauses, Georg, als Bischofvon Tricnt (1390-1419) den Licchtcnstein-Castelkorn in dieNähe kam, und andrerseits diese wieder in Mähren begütertwurden und zwei Erzbischöfe auf den Stuhl von Olmütz stell-ten, Karl II. (16641695) nnd Jakob Ernst (17381745).Nach dem Aussterben dieses gräflichen Hauses gingen die Be-sitzungen desselben an die Grafen Podstatzky über, welche erst