Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
324
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zu leisten war, seine Vollmacht zu überschreiten. Er hatte geglaubt,das Heil der Monarchie und des Landes, das bereits so vielgelitten hatte, nicht um etlicher Millionen neuerdings aufs Spielzu setzen. Es war ein kühner und entscheidender Schritt seiner-seits, der dem Grafen Bubna die Ungnade des Kaisers zuzog,da die Stellung und Bedeutung des Fürsten ihn derselben über-hob >). Schließlich konnte Kaiser Franz sich dem Gewicht derGründe nicht entziehen. Er durfte sich nicht sagen lassen, daßer um einer Summe Geldes willen dem Lande den ersehntenFrieden vorenthalten habe. So wurden am 20. Octobcr dieRatificationen des Friedens ausgewechselt.

Der Fürst hatte während der Verhandlungen mehrfacheUnterredungen mit dem Kaiser Napoleon. Eine derselben, woer den Kaiser heftig erzürnte, ist wohl würdig, an dieser Stelleverzeichnet und aufbewahrt zu werden ^). Es war bei Gelegenheitdes famosen Projects Napoleons, die Wälle von Wien abtragenzu lassen. Der Fürst sagte ihm: „Sie werden nichts dergleichenthun, Sirc!" — „Und warum nicht?" — „Weil das widerIhren Charakter ist," — worauf Napoleon in Aerger geriethund erwiderte: „Mein Charakter wird so bleiben, wie er immergewesen ist; ich werde nichts daran ändern und mir von NiemandLehren geben lassen." Seit dieser Scene war er immer gutmit dem Fürsten.

In einer Unterredung mit Gentz spricht der Fürst auchvon den Motiven, die ihn zur Überschreitung seiner Vollmachtbewogen haben 2). „Er hat mir gesagt," schreibt Gentz, „daß derEntschluß, den Frieden mit directer Überschreitung seiner In-structionen in Bezug auf Zahlung zu unterzeichnen, ihm nichtwenig gekostet habe, daß er de» Zustand der Aufregung, inwelchem er sich bei der Unterzeichnung befand, Champagny nicht

>) Gentz, a. a. O. 203.2) A. a. O. 204.2) A. a. O. 208.