Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
316
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Napoleon auf der linkcn Seite der Dunau vor, wo diu schwachenCorps, dic ihm gegenüber stauben, keinen dauernden Widerstandzu leisten vermochten. Am 12. Mai stand er vor Wien undnahm die Stadt durch Capitnlntion. Erzherzog Karl hatte dnöjenseitige Ufer erreicht, und bei Aspern stießen beide Armeen inder großen und berühmten Schlacht wieder auf einander.

Napoleon versuchte den Ucbcrgang vom rechten auf daslinke Donauufer vermittelst der gegen das linke Ufer zu liegen-den Insel Lvbau. Am 19. Mai wurde die Brücke nach derLoban geschlagen, am 20. die von der Lobau nach dem linkcnUfer und gegen Abend noch von hier nM die Dörfer Groß-Aspern links und Egling rechts besetzt. Auf dem Räume zwischenbeiden entwickelte sich am nächsten Tage die den Strom über-setzende französische Armee. Der Erzherzog, dem die Absicht desFeindes nicht unbekannt geblieben, hatte beschlossen, nicht denUcbcrgang zu verhindern, sondern den Feind nach dem Ucbcr-gang auf dem Gebiet zwischen Aspern und Eßling anzugreifen.Die österreichische Armee marschirte daher am 21. Mai Mittags12 Uhr in fünf Colonncn zum Angriff vor. Der Fürst Johannbefehligte die ganze Cavalleric, welche am vorhergehenden Tageüber Adlerklaa herangerückt war. Sie marschirte nun zwischenRaschdorf und Brcitcnlee vor zwischen den Tsten der drittenund vierten Colonne mit dem Auftrage, stets bereit zu sein, dasGros der feindlichen Cavalleric zurückwerfen zu können. Indiesem Sinne war auch der österreichischen Reiterei und demFürsten Johann ein großer Antheil an dein Erfolge der Schlachtvorbehalten.

Der Fürst hatte dic angewiesene Stellung zwischen denangegebenen Ortschaften bei dem neuen Wirthshaus eingenommen.Napoleon hatte, sobald er die allgemeine Vorrückung der öster-reichischen Armee wahrgenommen, daS Gros seiner Cavalleric,unterstützt von Infanterie, zwischen Aspern und Eßling inSchlachtordnung gestellt und die anrückenden österreichischen Ca-vallcriccolonncn mit wirksamem Knnonenfeucr beschossen. Der