Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
317
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Fürst licß scinc Colonnen in zwci Trcsfcn aufmarschircn, woraufder Fcind vier- bis fünftausend Mann Cavnlleric aus seinerStellung rechts über Eßling entsendete und die Besorgniß er-weckte, daß er die vierte Colonnc aufhalte» oder bei derselbendurchbrechen wolle. Dcr Fürst zog daher vier Regimenter linksund hielt die dritte Colonnc in zwei Treffen aufgestellt, bis ersich überzeugt hatte, daß die vierte Colonnc in ihrem Marschenicht aufgehalten werde. Währenddes; rückte die übrige Cavallcricdcr Franzosen gegen den rechten Flügel dcr österreichischen Armee.Sic ward mit Entschlossenheit empfangen. Die Stnndhaftigkcitdcr aufmarschirtcn Cavallcric und besonders der RegimenterMoriz Liechtenstein und Erzherzog Franz-Kürassicrc schlugendie wiederholten Angriffe des Feindes durch Gegenangriffe abund machten endlich seinem ungestümen Vordringen dadurch einEnde, daß sie ihn mit großem Verlust gänzlich zurückwarfen.Darnach befahl dcr Fürst ungeachtet des Knrtätschcnfcncrs eineallgemeine Vorrückung, und der Feind wurde bis auf Eßling andieser Seite eingeschränkt. Abends gegen 7 Uhr brachen nocheinmal dreitausend Reiter hervor, doch wurden sie ebenfalls ge-worfen und ein Theil abgeschnitten und gefangen. Alsdann be-gann die Nacht, welche dcr Fürst auf dem Terrain, das er demFeinde entrissen hatte, zubrachte.

An diesem ersten Schlachttngc hatte dcr Fürst seinenGlanztag gehabt. An dem zweiten Tage waren die Armeen sonahe an einander oder in einander gerückt, daß dcr Kampf einunaufhörliches Ringen der Jnfantcriebataillonc war, das schließ-lich in eine Kanonade überging und mit dem Rückzug dcr fran-zösischen Armee nach der Lobau endete^). Dennoch gab es auchan diesem Tage große und schwere Momente für den Fürsten,zumal da die gewaltige Rcitcrmasse dcr französischen Kürassicrchervorbrach und die Mitte dcr Oesterreicher zu durchbrechen

') Siehe z. B. die Beschreibung in Geschichte der Kriege in Europa VIII.93 ff., wo am Schluß 112 die Quellen angegeben.