Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
310
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Bruders und der Ucbcrnahme der Primogenitur seine Residenzgeworden war. Da rief ihn der Kaiser bei der Noth und Gefahrdes Vaterlandes van Neuem herbei, und der Fürst folgte ahneSäumen dein Rufe, wie er es im Jahre 1800 gcthan hatte.Er erhielt den Oberbefehl über ein Carps, das ans Trümmernund aus den sechsten Bataillonen erst zu bilden war. Es gelangihm in kurzer Zeit, das Corps so weit brauchbar zu machen, daßes noch an der Schlacht von Austcrlitz thcilnchmen konnte. Am10. November dcfilirte er mit 25,000 Mann bei Brünn, ver-einigte sich mit den Russen und nahm daö Hauptquartier beiSchlappanitz'). Die ermüdeten Franzosen gaben einige Ruhe,bis denn am 2. Dcccmbcr die große und entscheidende Schlachtbei Austcrlitz erfolgte, nach welcher es insbesondere dem KaiserAlexander verlangt hatte. Die Verbündeten rückten von Olinützgegen Brünn vor, um hier die Schlacht zu liefern. Der FürstJohann befehligte in der Schlacht die Cavallcric, 62 Schwadronenstark, welche, die fünfte Colonne der hcranmarschircnden Vcr-bündetcn bildend, hinter Pratzen ihre Stellung nahm. Er standungefähr in der Mitte und sollte das offene Terrain zwischen Kruch,Blasowitz und Girzikowitz decken. Die Bedeutung, welche derReiterei auf diesem hügeligen und sumpfigen, von Teichen zumThcil erfüllten Terrain zugewiesen war, konnte keine entscheidendesein. Der Hauptkampf, wie auch von Seiten des Oberbefehlshabersder Verbündeten, Kutnsow, beabsichtigt war, fand auf demlinken Flügel statt, der Fürst aber mit seiner Reiterei lehnte sichan den rechten Flügel unter Bagration. Hier war es den Fran-zosen und auch der Reiterei Murat's Anfangs gelungen, sichzwischen den rechten Flügel und den Fürsten einzudrängen. Dastürzt sich die Reiterei desselben auf die feindliche, vorne dasUHIancnrcgimcnt des Großfürsten Constantin. Dieses durch-bricht die erste Reihe, wirft sich auf die zweite, da fällt sein

>) Schriften der histor.-statist. Sectio» der k. k. mähr, schlesischen Ge-sellschaft XIII. ,38.