Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
76
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Im folgenden Jahre (1714) hatte die Jntroduction nachcin kleines Nachspiel, indem nach der Ankunft eines neuen liechten-steinischen Gesandten, des Herrn van Oexcl, der sich überalldurch seinen Sccretär hatte anmelden lassen, nach Sitte der Zeitdie Frage aufgeworfen wurde, ob die anderen fürstlichen Ge-sandten dem neuen die erste ccremoniellc Visitc machen sollten.Sie wagten, obwohl sie gemeinsam darüber bcriethcn, dieFrage nicht selbst zu entscheiden, sondern beschlossen, an ihrefürstlichen Herren darüber mit Gründen und Gcgcngründcn zurcfcrircn H.

Der Fürst Anton Florian hatte somit durch diese Ein-führung auf die Rcichsfürstcnbank erreicht, wonach das Strebendes Hauses schon seit hundert Jahren gegangen war, aber erhatte es doch eigentlich nur für seine Person erreicht. Sitz undStimme waren wiederum in Frage gestellt, sobald es nicht ihmoder seinen Nachkommen gelang, fürstliche unmittelbare Güterim Reiche zu erwerben. Nun hatte der Fürst Hans Adam aller-dings die rcichsunmittclbarcn Herrschaften Schcllcnbcrg und Vaduzgekauft, aber sie hatten nur zu Sitz und Stimme im schwäbischenKreise geführt, und noch dazu hatte er sie im Testament nichtseinen! Nachfolger in der Regierung, sondern dein Neffen, demFürsten Joseph Wenzel vermacht, wozu er die Bcfugniß hatte.Der Fürst Anton Florian hatte sich also nicht einmal daraufstützen können, sondern er verdankte die Einführung in Rcgens-burg allein seinem persönlichen Ansehen. Um aber auch die Würdeseinen Nachfolgern zu sichern, mußte nothwcndig der Erwerbfürstlicher Rcichsgütcr hinzukommen. Da dieses für den Augen-blick nicht möglich schien, so verglich sich der Fürst Anton Florianmit seine»! Neffen Joseph Wenzel und tauschte die wenig ein-träglichen Herrschaften Schcllenbcrg und Vaduz gegen seine Herr-schaft Rumburg cin, nebst der Forderung auf die dein schwä-bischen Kreise unverzinslich geliehene Summe von 250,000 Gulden.

st Dieser Bericht ist abgedruckt bei Lünig a. a. O. 1721.