Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

— 33 —

Belagerung von Valencia, am 6. wurde es mit Sturm erobert,Salvatierra folgte und Schloß und Stadt Albuquerque ergabensich mit Kapitulation, Weiteres verhinderte wiederum derMeinungsstreit unter den Führern, bis mittlerweile der großeenglisch-holländische Convoi mit dem neuen Befehlshaber LordPeterborough eingetroffen war. Da dieser eine rasche Natur warund unter Umständen eine an das Wunderbare gränzcndc Energieentwickeln konnte, und da zugleich der Hauptintrigunnt, der Almi-rantc von Kastilien, plötzlich an einem Schlagsluß gestorben war,so schien für größere Einheit in der Leitung einige Sicherheitgewährt zu sein.

Auch so gab es Mcinungsdiffercnzen, die keineswegs ohneBedeutung blieben. Zwar war der Angriff von der östlichenoder südlichen Seite her schon durch die Befehle des englischenMinisteriums festgestellt; ein Angriff auf Cndix, den die Portu-giesen vorschlugen, wurde abgelehnt, und ohne Verzug, zumaldie Jahreszeit schon vorgerückt war, lief die Flotte Ende Julivon Lissabon aus. König Karl und so auch der Fürst AntonFlorian befanden sich darauf. Lord Peterborough hatte jenemnicht nur die Theilnahmc an der Expedition vorgeschlagen, sondernihn? selbst den Oberbefehl angeboten, was allerdings nur Ehren-sache war. Mit Freude wurde der Antrag angenommen. Am2. August war die Flotte vor Gibraltar, nahm hier den Prinzenvon Hessen auf und warf am 10. August, 120 Schiffe stark,in der Bai von Altea die Anker aus. Hier wollte man überdas. Weitere entscheiden.

Der Prinz von Hessen, welcher die Schwierigkeit einerEroberung des festen Barcelona hatte kennen lernen, hatte bereitsvon Gibraltar aus den Vorschlag gemacht, sich zuerst der völligunvcrthcidigtcn, festen und gutgesinnten Stadt Alicnntc zu be-mächtigen; von hier sei der Weg nach Valencia völlig offen;in dem reichen, gut angebauten Lande, wo es Lebensmittel genuggäbe, könne man eine Kavallerie formircn und unter deren Mit-wirkung auf Madrid ziehen. Wolle man das nicht, so stände

Falke, Liechtenstein. III. Band. Z