Spanien zu überwintern, und hatte ihm nur 2000 Marine-.soldntcn und einige Munition hinterlassen. Vergebens hatteer sich nach Lissabon um Unterstützung gewendet; alle Be-mühungen des Fürsten Anton Liechtenstein für ihn bliebeneinstweilen ohne Erfolg, bis es demselben erst im Winter ge-lang, einen Succurs von 2500 Mann zu Stande zu bringen,der aber, von der feindlichen Flotte aus Cadip angegriffen, nurzum Thcilc nach Gibraltar gelangte. Dennoch behauptete sichder Prinz, von der Landseite und meistens auch von der Seeseite be-lagert, den ganzen Winter, bis im Frühling die französisch-spanische Flotte von derjenigen der Verbündeten zerstreut wurdeund die belagernde Landarmce nach vergeblichen Anstrengungenvöllig abzog. Am 8. Mai 1705 war Gibraltar vollkommen freiund der Prinz Georg konnte sich der neuen Unternehmung an-schließen, die nun gegen Catalonicn vor sich gehen sollte.
König Karl, zur Unthntigkcit gezwungen, hatte seinenWinteraufenthalt im Schlosse Bclem, unterhalb Lissabons amTajo, genommen. Hier gab es eine betrübte Zeit und mancher-lei beschämende Erfahrungen. Zur getäuschten Hoffnung geselltesich wiederum die Entbehrung. Der Nothstand sei so groß,schreibt der Fürst Anton Florian am 24. Januar 1705 anden Grafen Wratislaw, daß er sich schäme davon zu schreiben;schon länger als ein Jahr schreibe er continuirlich nach Wienum Geld und immer umsonst, was sie dem Wiener Kammer-präsidenten zu verdanken hätten; man verlasse sich dort ganzaus England und Holland, darum müßten sie Dinge thun, diewider alle Ehr' und Reputation seien, indem er seine Juwelenund sein Silbergeschirr bis auf die geringsten Teller habe ver-setzen müssen; ebenso habe es der König mit dem scinigen ge-than und sogar mit den Geschenken, welche ihm der König vonPortugal gemacht. Bei der Rückkunft hieher nach Lissabonhabe er vom englischen Gesandten eine Summe erbetteln müssen,um nur dem Hofstaate, der drei bis vier Monate kein Geld er-halten, das Leben zu fristen.