4
Der Drachenfels im Sieben-Gebirge in Sang und Sage.
(die Bausteine der Münsterkirche in Bonn in Lersch Niederrhein.Jahrb. für Geschichte, Kunst und Poesie S. 211) „so wie die Säulen,welche die Gewölbe der Krypta tragen, sind aus Trachyt vom Drachen-fels im Siebengebirge gehauen."
Merkwürdig, dass das Gestein, welches früher in der Rlieinge-gegeud „unter dem ganz unrichtigen Trivial-Namen Sandstein bezeich-net worden" und welches von älteren Geognosten, z. B. von Nose(Orographisclie Briefe über das Siebengebirge) als Porphyr, von L. v.Buch als Trapp-Porphyr angesprochen worden ist, nunmehr diejenigeBezeichnung gefunden hat, welche, als die der Bedeutung des topa-graphischen Namens Draehenfels entsprechende anzusehen ist, näm-lich Trachyt, für welche Drachenstein als die richtige Verdeutschungerscheint.
Das Charakteristische dieser Trachyt-Formation tritt recht an-schaulich hervor auf einer Karte zu „Zehler, das Siebengebirge undseine Umgebungen. Crefeld 1837." N öggerath spricht es geradezuaus: „Der Trachyt von Drachenfels kann als eine wahre Normal-Fels-art für den allgemeinen Begriff des Trachyts betrachtet werden" undein anderer namhafter Geognost sagt: „Die Trachyte bilden Domeund einzelne Berge von mehr oder minder vollkommener Kegelforniund steigen nicht selten zu beträchtlicher Höhe an . . Bemerkenswerthist die Verschiedenheit der Trachyt-Abänderungen, die oft in ein unddemselben Gebirge vorkommt, und zwar so, dass die Masse des einenBerges von der des andern sehr abweicht, bbwohl die Berge nebeneinander liegen; ein Beispiel der Art geben der Draehenfels und dieWolkenburg im Siebengebirge." (Blum in der Neuen Encyclopädieder Wissenschaften und Künste 1862. 15. Lieferung S. 103.)
Schon die päpstliche Urkunde von 1162 (Regesten No. 7), welchevon dem Castrum in Monte Draconis situm spricht; sowie die Bezeich-nung Brachenloch für eine Oeffnung in monte nostro Drachenfels von1306 (Regesten No. 74) deutet darauf hin, dass der Name des Bergeswohl bereits festgestellt war, bevor eine Burg den Felsen krönte. Da-her darf es nicht befremden, den Namen wiederklingen zu hören indem grossen Nibelungen-Cyclus, dessen Hauptheld Siegfried derDrachen-tödter dem Niederrheinlande angehört; und dass namentlich der im13. und 14. Jahrhundert lebende Compilator der Wilkina Sage, welcherausdrücklich sich auf Aussagen beruft, von Männern aus der Gegendvon Bremen, Münster und Soest, Städte, welche in den Zeiten der