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1 (1865) Zwölftes bis funfzehntes Jahrhundert
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hm')/ indessen, als die Wappen üblich wurden, war der alte Namelängst außer Gebrauch gekommen und an dessen Stelle Olvsnstiäigetreten: wohl begründet erscheint daher die Annahme, daß die edcleFamilie, welche in Olvenstedt ihren Sitz hatte und davon ihren Namenentlehnte, mit Rücksicht ans diesen Namen — etwa bei Gelegenheiteines Kreuzzugcs, dem ein Mitglied der Familie sich angeschlossen —das Kamcel zuni Wappenbilde angenommen habe. Hiernach wärealso das Wappen des Geschlechts von Olvenstedt ein mit Bezugauf den Namen gewähltes, ein sogenanntes redendes, bei welchenohne Rücksicht auf die, häufig in Vergessenheit gerathene, Ableitungdes Namens nur der Anklang desselben entscheidend zu sein pflegte^).

Nun ist überhaupt als Regel anzunehmen, daß, wenn von meh-reren Geschlechtern verschiedenen Namens aber gemeinsamen Stammesund Wappens der Name eines derselben zu dem Wappenbilde in

1) Der Ort heißt im Jahre 965 GsoltÄiüi, 1912 Gsulkstiäi, erst später Olveu-sticki, GIvsnsteäs. Gsuik ist die angelsächsische Form sür das hochdeutsche ^.usuik(wovon ^Vusuikssdsiiu), es ist abzuleiten vom angelsächsischen ös, hochdeutsch ui>8,Gott und ulk, Fuchs (Förstemann, Personen-Namen S. 191 u. folg., 121 l u. 1339,S. 114 ist Gsulkstiäi angeführt).

2) So unwahrscheinlich, wie es auf den ersten Blick scheinen möchte, ist diesdurchaus nicht, ähnliche Fälle kommen vielmehr nicht selten vor. So führen z. B. diev. Donop einen Steighaken oder eine Sturmleiter (»äo uup« „da hinauf" —Märk. Forsch. IV, 174), die v. Nochow Rochen (Springerpferde im Schachspiel),die v. Quast Quäste (später zu Leuchtern geworben), die v. Notenhan, derenName von Rotenhayn abzuleiten ist (Lisch, Hahn'sche Gesch. I, 21), einen rothenHahn im Wappen, die v. Ribbcck einen Rehbock auf dem Helme. In allen diesenFällen scheint der Geschlechtsname von einem Orte entnommen zu sein und die Wahldes Wappens in ähnlicher Beziehung zu dem Namen zu stehen, wie bei den Olvenstedt.Nicht minder kann hier das Wappen der Stadt Berlin (ein Bär), der Stadt Stor-kow (ein Storch), der Stadt Rochlitz (Rochen) angeführt werden, und dergleichenBeispiele würden sich noch viele auffinden lassen. — Besonders nahe liegt aber dieAnalogie mit den schwäbischen Grafen v. Helfenstein, deren Wappenbild ein Ele-phant war: auch bei den Stammsylben ihres Namens ist der Anklang an das Wortolkenck (Elephant, Kameel) nicht zu verkennen und daher, aller Wahrscheinlichkeitnach, gleichfalls für die Wahl des Wappenbildes entscheidend gewesen, wie schon Spcner,llist. insiA. pars spee. p. 146 annimmt. Ebenso verhält es sich mit den steiermär-kischcn Herren v. Helfcnberg, die ebenfalls einen Elephanten im Wappen führen(Siebmacher, Wappenbuch 111, 79).