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4 (1904) Mich. 1694 - Mich. 1789, Anhang: Die Matrikel der Universität Bützow Mich. 1760 - Ost. 1789
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Am 31. Juli 1-713 verstarb Friedrich Wilhelm im 39. Lebensjahre und ihmfolgte sein Bruder K a r 1 Leopold, dessen ganze Regierungszeit nur eine fort-laufende Kette von inneren und äußeren Verwicklungen und Kämpfen darstellt,bis schließlich dem dritten der Brüder, Christian Ludwig, als Landes-Administrator 1728, als kaiserlichem Kommissarius 1733, die Laudesregierungzufiel, jedoch ohne die oberbischöflichen Rechte und ohne das Kanzleramt derUniversität, welche beide Karl Leopold bis zu seinem Tode 1747 avisübte. Eswäre ein Wunder gewesen, wenn diese Doppelregierung ohne Reibung funktionierthätte, und gerade die Universität hatte darunter am meisten zu leiden. DieUnhotmäßigkeit der Studenten, die in Karl Leopold den Kanzler und Schirmherrnder Universität erblickten, wuchs über alles Maß hinaus und ging so weit, daßder im September 1733 in Rostock angekommene Herzog Christian Ludwig vordem alle Nächte sich wiederholenden wüsten Toben das Feld räumte und sichmit seiner Familie nach Barth begab, bis wieder leidliche Ordnung hergestelltwar. Bei strengerer Handhabung der Disziplin bildeten sich allmählich normalereVerhältnisse heraus und als mit Herzog Karl Leopolds Ableben am 28. Nov. 1747Christian Ludwig auch formell die Landesregierung antrat, schien für die Universitäteine neue Blütezeit gekommen zu sein und die dauernde Annahme der Würdeeines Rector Magnificentissimus der Universität durch den Erben des Thronesmochte wohl als günstiges Omen gelten. Um so unerwarteter kam der Umschlag.Herzog Friedrich, der am 30. Mai 1756 zur Regierung gelangte, war den1 lal 1 ischenEietisteii zugeneigt und wünschte dementsprechend diese Richtungauch au der Universität vertreten zu sehen. Er berief daher den schon seitlängeren Jahren mit dem Darguner Pietistenkreisein Verbindung stehendenPrediger an der Moritzkirche zu Halle Christian Albreebfr-Dödeiiein zum Professorder Theologie in Rostock und präsentierte ihn am 16. Januar 1758 der Fakultät,stieß jedoch bei dieser, deren noch von David Chytraeus herrührende Statuten alsersten Grundsatz den Consensus doctrinae in der Fakultät forderten, auf hart-näckigen Widerstand. Auch sonst mit der Stadt wegen prätendierter Hoheitsrechtezerfallen, woraus sich dann ein langwieriger Prozeß vor dem Reichskammergerichtzu Wetzlar entspann, griff er zu einem Gewaltmittel, indem er noch im selbenJahre ein Kaiserliches Patent für eine in seinen Landen nach dem Muster vonGöttingen neu zu errichtende Universität erwirkte. Weitere Mißhelligkeitenblieben, wie vorauszusehen war, nicht aus und so machte er denn durch dieGründung einer neuen Universität in der nur vier Meilen von Rostock entferntenalten Bischofsstadt Bötzow im Oktober 1760 und durch die Überführung desbisherigen Herzoglichen Anteils an der Rostocker Universität dorthin von derkaiserlichen Ermächtigung Gebrauch.

Die Geschichte dieser kurzlebigen Hochschule ist von U. Hölscher im50. Jahrgang der Jahrbücher des Vereins für nveklenburgische Geschichte(Schwerin 1885) auf urkundlicher Grundlage ausführlich behandelt, so daß einweiteres Eingehen darauf überflüssig sein dürfte. Die Universität Bötzow zählte

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