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Als vor acht—Jahren der dritte Band der Rostocker Matrikel zur Ausgabegelangte, vermeinte der Herausgeber auf eine weitere Fortsetzung verzichten zumüssen, da die dafür ausgeworfenen Mittel erschöpft waren. Erfreulicherweiseerwies sich diese Besorgniß bald als grundlos, da ein Hohes GroßherzoglichesMinisterium durch Gewährung eines weiteren Zuschusses die fernere Drucklegungder wertvollen Urkunde mit ihren Begleitlisten sichergestellt hat, wofür Hoch-demselben auch an dieser Stelle Dank ausgesprochen sein soll.
Jedes Jahrhundert der Universität hat seinem eigenen Charakter. Ist es fürdas erste Jahrhundert die Herrschaft der Kirche, die ihm seinen Stempel auf-drückt, so für das zweite die zur Reformation führende und diese begleitendeReaktion dagegen, und für das dritte der große Krieg, mit seinen Verwüstungenund den darauf folgenden kriegerischen und diplomatischen Verwicklungen, sokann man das IS. Jahrhundert als das der inneren Kämpfe charakterisieren. Aufden der Heimat fremd gewordenen 69jährigen Herzog Christian Louis folgte1692 der 17jährige Neffe Friedrich WiUnelm, dem 1695 auch die Regierungder mit. dem Tode Gustav Adolphs im Mannesstamme ausgestorbenen LinieMeckleuburg-Giistrow zufiel. Der sechsjährige Kampf um die Güstrower Erbschaftfand erst durch den Hamburger Vertrag vom 8./16. März 1701 seineu Abschluß;die Universität ist darin ausdrücklich der Schweriner Linie vorbehalten, jedenfallsein Zeichen, welchen Wert Herzog Friedrich Wilhelm auf ihren Alleinbesitz legte.In den Jahren darauf residierte er selbst in Rostock, hei Avelcher Gelegenheitallerdings die Universität manche Opfer bringen mußte, da verschiedene derselbengehörige Gebäude und Grundstücke für den Bau des herzoglichen Palais inAnspruch genommen wurden. Im übrigen war der Herzog der Universität sehrgewogen und bestätigte diese gnädige Gesinnung mit Wort und Tat, obwohl derNordische. Krieg schwer...auf. Land und.Stadt lastote.