gelegenen Reichsstädten Reutlingen und Notweil getreulich und überall bei-zustehen. i
Im Frühjahr 13! l begann der Angriff auf das Wirtembergische Gebiet vonallen Seiten. Welche Rolle hiebei unser Graf Rudolf gespielt, ist nicht näherbekannt. Der den Hohenbergern wohl befreundete elsäßische Chronikschreiber Albertvon Straßburg läßt Rudolf in der Bekriegung des Grafen Eberhard eine großeThätigkeit entwickeln. Nach dem genannten Gewährsmann 2 hätte unser Graf,mit vielem Belagerungszeug versehen, den Grafen von Wirtemberg mehrere Wochenbelagert und einige Burgen desselben (Hoheneck bei Neckarweihingen, O.A.Ludwigsburg), Pfullenz (? Pfullingen) und Gravenwiler (? Pfalzgrafen-weiler, O.A. Frendenstadt, damals aber Ebersteinisch) von Grund ans zerstört.Der Krieg gegen Eberhard, dessen Land und Leute, wurde die Jahre 13t!und 1312 hindurch mit all' der Zerstörungswut!), welche die Kämpfe jener Zeitkennzeichnet, und zwar mit großem Glück von Seiten der königlichen Partei geführt.
Dem Grafen Eberhard wurden die ältesten Sitze feines Hauses, Wirtem-berg und Bentelsspach, zerstört, die meisten seiner Burgen erobert, woraufsich seine Städte an das Reich ergaben. Er selbst aber sah sich genöthigt, seinLand zu verlassen und in dem festen Städtchen Besigheim, das damals seinemVerwandten, dem Markgrafen Rudolf Hesso von Baden gehörte, Schutz zusuchen. ^
Die Grafschaft Wirtenberg wurde sofort zum Reiche gezogen und unter dieVerwaltung königlicher Landvögte gestellt. Kaum war indessen K. Heinrich VII.ganz unerwartet am 24. Aug. 1313 gestorben, so stand Graf Eberhard wiederan der Spitze einer ansehnlichen Streitmacht, vermehrte in der Folge einerseitsdie Zahl seiner Bundesgenossen durch Einigungen mit schwäbischen Herren undverminderte andererseits die seiner Gegner durch Aussöhnung mit denselben.
So schloß er am 17. Sept. 1314 mit Gr. Rudolf von Tübingen einenFriedensvertrag, zu dessen Bürgen von dem letzteren unser Gr. Rudolf bestelltwurde, woraus folgt, daß auch er um diese Zeit mit Eberhard ausgesöhnt war. ^
3) Stellung Gr. Rudolfs von Hohenberg im Kampfe zwischen K. Ludwig(dem Baier) u. König Friedrich (vonOestre ich) um das Reich.
Nach dem Tode des K. Heinrich VII. fiel die Königswahl zwiespältig aus:es wurde im Okt. 1314 von der einen Partei Herzog Friedrich der Schönevon Oestreich, von der andern, der luxemburgischen, Herzog Ludwig von Ober-baiern — beide Enkel K. Rudolfs — gewählt.
In Folge dieser Doppelwahl entstand unter den Grafen und Herren Schwa-
> S. im Urkd.-Buch zu 4. Okt. I3ll). Born.
2 S. bei Hrstisius lt., S. l»3.
Z Stalin III. 128, 12».
» S. im Urkd.-Buch zu 17. Sept. 1314.