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<1> (1862) Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg
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1309 zu Speier gehaltenen Hoftag vorlud, sich daselbst zu verantworten. DerGraf, welchem Heinrich inzwischen die Reichslandvogtei abgenommen hatte, er-schien zwar, aber mit einem Gefolge von 200 (nach Andern 700) Rittern, > undnahm die ihm von dem Neichsoberhaupte gemachten, scharfen Zurechtweisungen sehrgeringschätzend auf, verließ auch das königliche Hoflager ohne Urlaub. ?

Dieses Benehmen des Grafen, sowie die schweren Beschuldigungen der schwä-bischen Reichsstädte, veranlassten K. Heinrich, gegen Eberhard einzuschreiten.Im Spätsommer des Jahres 13t0 wurde auf dem Hoftag zu Speier beschlossen,,denselben mit Heeresmacht zu überziehen, zu dem Ende die gesammte Wehrkraftder schwäbischen Reichsstädte aufgeboten und Konrad von Weinsberg zum Feld-hauptmann an des Königs Statt bestellt. ^ Dieser selbst rüstete sich auf den Herbstdes genannten Jahres zu einen: Heereszuge nach Italien. Bevor er aber dahinabging, versicherte er sich zur Unterwerfung Eberhards von W. des Beistandesder Grafen und Herren Schwabens. Unter diese gehört auch unser Graf Rudolfvon Hohenberg. 4 Ihm hatte K. Heinrich, um ihn dem Reiche ergeben zumachen, schon am 5. Mai 1310 die mehrerwähnte Verpfändung der Einkünfteder Reichsstadt Rotweil bestätigt. ^

Den mächtigsten Grafen für sich und gegen den Grafen von Wirtemberg zugewinnen, bedurfte es indessen noch größerer Reizmittel von Seiten des Königs:es bot ihm dieser 500 Mark Silbers, und es wurde sofort am <1. Okt. 1310zu Bern zwischen K. Heinrich und Gr. Rudolf folgender Vertrag abgeschlossen:der Graf verpflichtete sich, dein Könige gegen Jedermann (ausgenommen den HerzogFriedrich von Oestreich und dessen Brüder), besonders aber gegen den GrafenEberhard von Wirtemberg standhaft und treu, mit allen Kräften und so langebeizustehen, als dieser die Gnade des römischen Königs oder seines Sohnes, desKönigs Johann von Böhmen nicht erlangt haben würde; auch sich, so langeder Krieg dauere, ohne Erlaubnis; des römischen Königs oder des Königs vonBöhmen oder Konrads von Weinsberg mit dem Grafen nicht auszusöhnen,sondern auf Erfordern des königlichen Statthalters gegen den Wirtenberger aus-zuziehen.

Insbesondere machte sich Rudolf verbindlich, den in seiner Nachbarschaft

t ^.liiert. ^rzo.ut. bei Urstislus ll. S. 115.

2 3ob. Vtetorionsis bei Böhmer Uontss I. S. 36b.

Z Stalin III., 125. 126.

^ Sonst standen noch gegen den Wirtemberger: Pfalzgraf Götz von Tübingen, Mark-graf Rudolf von Baden, des Weckers seligen Sohn, Graf Friedrich von Zolr, derOstertag, Graf Friedrich vonZolre von Schalksburg, Ulrich u. Albr ccht von R e ch-berg u. A. Urkunde vom 13. Dez. 1311, nach welcher Götz von Tübingen, der in dem KriegeFeldhanptmann der Eßlinger war, die genannten Grafen und Herren nebst Anderen zu Bürgen für sichbei der Reichsstadt Eßlingen stellte. S. des Verfassers Geschichte der Pfalzgrafen v. Tübingen S. 326.

5 S. im Nrkd.-Bnch zu 5. Mai 1316. Zürich.

Schmid, Gr. v. Zollern-Hohenbcrg. 11