Druckschrift 
<1> (1862) Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

— 163 —

bens eine große Spaltung. Unser Gr. Rudolf von H. schlug sich, obgleich erein entschiedener Anhänger des abgeschiedenen Kaisers aus dem luxemburgischenHause gewesen, schon in den ersten Zeiten auf die Seite Friedrichs des Schönen. ^Die großen Opfer, die sich's dieser kosten ließ, AnHanger zu gewinnen, die vor-theilhaften Anerbietungen, welche er machte, mögen bei Rudolf, der ihm vorherbefreundet war, vollends den Ausschlag gegeben haben. So kam dieser ohneZweifel in den pfandsweisen Besitz der Burg Lupfen mit Zugehör, 2 welcheFriedrich und sein Bruder Leopold im Jahr 1304 um 1560 Mark Silbersvon dem freien Heinrich von Lupfen gekauft hatten. 2

Im Dezember 1314 schloß Rudolf zu Selse mit den: römischen KönigeFriedrich noch einen besonderen Vertrag, laut welchem er sich eidlich verbindlichmachte, demselben und dessen Brüdern gegen „Herczog" Ludwig von Baiernund seine Helfer innerhalb Landes mit 100 Helmen und seiner ganzen Macht zuRoß und zu Fuß, außerhalb Landes aber mit 60 Helmen zu dienen, ^ und seineBurgen demselben offen zu halten, so laug der Krieg währt, „der vfgestanden istvmbe daz Römsche riche".

Dagegen verschrieben ihm der römische König und seine Brüder 1500 MarkSilbers Constanzer Gewicht auf die Burg Bussen und die Stadt Riedlingen,mit allen Nutzen und Zugehör, die edelu Leute ausgenommen, welche dazu gehör-ten, was alles der Graf oder seine Erben so lange pfandsweise inne haben sollten, ^bis die genannte Summe entrichtet seyn würde. Hiemit sollte auch aller Schadenund Aufwand abgetragen scpu, welchen der Graf bis daher bereits in den Dienstender Herren von Oestreich erlitten und gehabt hatte. Genannte Burg und Stadtsollten indeß, so lange die Pfandschaft dauert, dem Hause Oestreich, dessen Dienernund Vögten offen bleiben. ^

Anfang des nächsten Jahres (1315) verpfändete Gr. Rudolf, wohl um dieMittel zur Ausrüstung für den bevorstehenden Krieg zusammen zu bringen, dieobgenannte Burg Lupfen mit Zugehör um 400 Mark Silbers an den vormali-gen Besitzer derselben, den Freien Heinrich von Lupfen und dessen SohnBerthold, unter Vorbehalt des Wiederlosungsrechts und der Zusage, vor Abfluß

> Vergleiche Rudolfs Vertrag mit K. Heinrich VII. v. 4. Okt. 13lg. Bern.

2 S. sogleich unten.

3 LichnowSky, Gesch. des Hauses Habsburg II. Ncgesten Nr. 425.

^ Herzog Konrad von Teck versprach 1316 K. Friedrich außer Landes mit 12 Helmen,Markgraf Rudolf von Baden 1317 mit Iv Helmen, inner Landes mit ihrer ganzen Machtzu dienen. Pfister, Gesch. von Schwaben II., 2, 185. LichnowSky III., 43g.

5 Die Burg Bussen und die Stadt Riedlingen hatte Gr. Rudolf 1333 noch im Besitz. S.unten. Auch die Burg Brülingen u. A. war laut Urkunde PeterS von Nuti g. Juli 1333 (s.im Urkd.-Buch) von Oestreich an Gr. Rudolf verpfändet worden.

6 S. im Urkd.-Buch zu lg. Dez. >314. Selse.

11 *