Geschichte der Burg Haustein.
Darum wird es nöthig seyn, mit einer kurzen Beschreibungder jetzigen Burg, diese Skizze zu schließen "), -
Eine halbe Stunde von der Werra, welche hier die Gränzezwischen dem preußischen und hessischen Gebiet bildet, ragt auf einemhohen, steilen Berge, der nur von der Ostseite her fahrbar ist, diealte Beste mit ihren starken Mauern und hohen Thürmen cnipvrund fesselt schon in der Ferne durch ihre stolzen Formen die Blickedes Wanderers. In dem malerischen Werrathal tritt sie mit ihrenBrüvern, dem Ludwigsteiu und Arcnstein zuweilen vor, zuweilenverbirgt sie sich hinter den Vorbergen, immer aber ragen die Spitzenzweier Thürme über die begränzcnden Gebirgskänzme hinaus, steigenam Horizont oder senken sich, je nachdem der Weg sich erhebt odersenkt. Vom Meißner aus gesehen, oder auch vom benachbartenHöhcberge, scheint sie auf einem der niedrigern Hügeln erbaut, vonGöttingen auö betrachtet, glaubt mau sie auf einer hohen Alpe zuschauen. Ucberhaupt gibt es wohl wenige Burgen, die so weit insLand lugen und so verschiedenartige Ansichten gewähren. Darumist der „alte Hanstciii" jedem Kinde in einem großen Umkreise bekannt.
Das erste Denkmal der alten Beste auf welches man in nochbeträchtlicher Entfernung von seiner Höhe stieß, war noch im An-fange dieses Jahrhunderts ein von Quadern erbautes Thor, daszu einer Mauer gehörte, welche in gleicher Weite den Gipfel desBerges umschloß. Innerhalb dieser Umfassungsmauer mögen dieKemnate und andere Wirlhschaftsgebäude gelegen haben, wie nochGewölbe im großen Schloßhof beweisen.
Tritt mau näher, so erblickt man ein schönes, vollständigesund imponirenvcs Bild eines alten Nittcrschlosses. Ungeheure Massenvon Mauern und Thürmen ruhen auf Felsen, die sich hie und dazu einer Höhe von dreißig bis vierzig Fuß erheben, und hin undwieder so sonderbar gestaltet sind, als wenn sie, wie die Cvklopischen
*) Das Eichsfeld. Herausgegeben von Carl Düval. Sondershausen 1845,woraus diese Schilderung entlehnt ist. Vergl. auch Landau hessische Rit-terburgen 1r Bd. S. 27 folg., beide mit lithographirten Abbildungen.Auffallend ist es, daß die Burg Haustein in Merianö Topographie desEichsfeldes fehlt.