Geschichte der Burg Hanstein..
Vorwerke, welche ihren alten Namen behielten. Auch Klöster sindaus ihnen hervorgegangen.
7) An den Mauern einer festen Burg siedelten sich die Kolo-nen und Dicnstlcutc oder andere von den Burgmanncn abhängigePersonen an, um hinter den Mauern schnellen Schutz für Lebenund Eigenthum zu finvcn, wenn auch die leicht wiederherzustellendenHütten ein Raub der Flammen wurden. Aus solchen Ansiedlungcnsind sehr viele Landstädte entstanden. — Ans eben diese Art ist zu-nächst die Burg Haustein das Dorf Nimbach ein Sitz der zurBurg gehörigen Koloncn gewesen; es soll aber einst eine wichtigevi»a loroniüs mit Marktgercchtigkeit, und ein Pfarrdorf gewesenseyn. Ist dieses der Fall, so dürfte das langsame Absterben derBurg auch dem Dörflein die Lebcnswurzcln entzogen haben. Dasuntere Thor von 7 Thoren der Burg befand sich am untern Hausvon Nimbach. Acht dazu gehörige Häuser ganz unten bei Born-Hagen heißen die Schanze und sind spätern Ursprungs. — Dazugehört auch die oben erwähnte 1klk erbaute Kemnate.
8) Den Schutz mußten aber die unterthänigcn Koloncn theuergenug erkaufen, durch gemessene und ungcmesscne Dienste undFrohnen. Solche Ccnsiten hatten im Mittelaltcr wenigen Genußvon den ihn von Gott und Rechts wegen zukommenden Menschen-rechten, und das Schlimmste war, daß sie das, was sie früherfreiwillig gethan und geleistet hatten, in spätern Zeiten als ein Rechtthun und leisten mußten.
9) Die alte Burg Hanstein steht zwar den größern Theildes Jahres „wüste und öde," aber nicht immer. An gewissen Tagen,namentlich am Christi Himmelfahrt, sieht man ein buntes Leben inden Räumen der Burg sich entfalten. Tausende von Menschen ausder Umgcnd, Musensöhne aus Göttingen, Bürger und Honorationcnaus Etchwege, Allendorf, Witzcnhausen, Heiligcnstadt strömen herbei,um sich der erquickenden Bergluft und der erhabenen Aussicht zuerfreuen; Buden mit Speisen und Getränke werden aufgeschlagenund Prozessionen mit ihren Fahnen wallen zur Rimbacher Kirche.
*) Wolfs Gesch. d. Eichsfelds. I. S. 47. 129.