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die Fuldaschen wie die Hersfelder Traditionen ausserordentlich viele Beispiele,dass selbst -mit der Gaugrafengewalt ausgestattete Familien in Ansehung ihrerPersonen und Güter in derartige Abhängigkeits-Verhältnisse traten, wie wir dennz. B. die Grafen von Gleichen in Beziehung auf Ohrdruf u. s. w. und die Grafenvon Kefernburg hinsichtlich Arnstadts in solchen Beziehungen zur Abtei Uers-feld finden.
Anmerkung 4. Nach allen diesem dürfte die Hypothese nicht zu kühnsein, wenn wir den vom Mönch Eberhard in der obenangeführten Stelle genann-ten Waltrili de Wangenheim für einen Vorfahren des noch heute blühenden Ge-schlechts halten, und dessen Lebenszeit in die zweite Hälfte des Ilten Jahrhun-derts vorsetzen, da wir die Benennung nach der Besitzung bei den Personen desAdels erst in dieser Zeit den Anfang nehmen sehen, der Mönch Eberhard aberseine Aufzeichnungen bereits im Anfange des 12ten Jahrhunderts machte, indessen erster Hälfte uns bereits ein anderes Mitglied des Geschlechts Wangenheimentgegentritt. Man darf aber auch vielleicht weitergehen und den Dilmar, welcherseine Güter in Wangenheim und Hochheim dem Stift Fulda übergibt, für einenVorfahren des Waltrili de Wangenheim halten.
Haben wir somit die ersten Spuren dos Geschlechts gefunden, so wollen wirAlles, was Thiiringensche Chronikenschreiber (Einhard u.s.w.) über den Ursprungdes Geschlechts und dessen Herkunft, sei es mit den Hunnen oder mit den Sachsen,fabeln, auf sich beruhen lassen. Die Sage, dass die von Wangenheim mit denen vonErfa ins Land Thüringen gekommen, an dcrNesse ihre Schlösser gebaut, und beideden Namen Grynhund geführt, scheint ein Mälirchen zu sein, zu welchem denChronikenschreibern des löten und IGten Jahrhunderts, soviel das Wangenlieim-sehe Geschlecht betrifft, wohl das AVappen des Geschlechts die A^eranlassunggegeben haben mag, da der AVindluind im Wangenheim'schen AVappen, wie ernoch heute im Englischen greyhound heisst, auch im Altsächsischen und Mittel-hochdeutschen Grönhund oder Grynhund genannt wurde, und nun arrs dem AVap-penbild ein Namen fiir's Geschlecht gemacht ist; die Herren v. Erfa sind nun derNachbarschaft wegen mit in dieselbe Fabel verwebt. Die Geschichte weiss vonsolcher fremden Herkunft des Geschlechts ebensowenig wie von einem Udo vonWangenheim, der nach der Erzählung in Gotha diplomatiea im Jahre 936 dasSehloss Wangenheim erbaut und nach sich benannt haben soll. Das Geschlechtwird vielmehr seinen Namen von seinem Wohnsitz angenommen haben, und die-ser wieder seinen Namen von seiner Lage empfangen haben, denn Wanga heisstim Altdeutschen eine AViese, Aue und die Endsylbe heim deutet den menschlichenWohnsitz, die Heimath an, Wangenheim heisst also ein in Wiesen belegenerWohnsitz, und entspricht der Name der tiefen Lage der Burg mit ihrer Aussichtauf das Thal der Nesse.
14.
1133. Ludwig von Wangenheim bezeugt mit dem Landgrafen Ludowig demErsten (in presentia Ludowici Regionarii Comitis) dem Grafen Ernst von Tonna,Grafen Ludwig von Lohra (de Lara), Dietmar von Rosla, Adelher und Berbetovon Witzleben (de AViceleibc), Widolo von Grizlieim und dessen Bruder, Sizo vonArnstadt, Poppo von Stein und mehreren Andern den Tauseh zwischen dem AbteBerthous von Fulda und dem Abte Ulrich von Paulincella über das Gut Gossel-born, welches das Stift Fulda dem Kloster Paulincella für andere Güter in Clukow,Remede (Remda) und Curtz mit Zustimmung der beiderseitigen Schirmvoigte (ad-vocatorum), nämlich der Grafen Gozmar (von Ziegenhain) und Sizo (von Käfern-burg) abtritt.
Ayrmanni, Syiloge aneedotorum p. 233.