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12 (1856)
Entstehung
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derts den Plan zu einer gänzlichen Umgestaltung der Aue. Erbegann zuerst mit dem Baue des Orangerie-Schlosses. ImJahre 1709 war dieses in seinem Mauerwerk aufgeführt, undes wurden weiter 20,527 Thlr. zum innern Ausbaue bewilligt,wozu noch 1200 Thlr. für 48 Statuen (ü 25 Thlr.) kamen.Erst später, im Jahre 1722, begann der Bandes rechten Flügel-pavillons des Orangerie-Schlosses, des f. g. Marmorbads. Esgeschah dieses unter der Leitung des italienischen BildhauersMonnot. In jenem Jahre bewilligte der Landgraf demselbenzu dem Baue jenes Gebäudes 2000, sowie zu der Anlage desBades 2500 Thlr. und versprach ihm für die Ausführung von10 Statuen die Summe von 14000 Thlrn. Der in dem In-nern zum Baue verwendete Marmor wurde ans den Brüchenbei Dietz bezogen. Im Jahre 1728 war das Bad vollendet,und nur an den Kunstwerken scheint noch länger gearbeitet wor-den zu seyn. Wenig früher war auch mit der Anlage des Gar-tens begonnen, und zwar nach einem von le Notre entworfenenPlane. Nachdem man anfänglich zu den sehr bedeutenden Arbei-ten Taglöhner verwendet hatte, wurden diese 1722 bis auf 10entlassen und 200 Soldaten dazu kommandirt, denen man so-wohl ihren Sold als ihre Brodrazion erhöhte, und welche durchandere 200 monatlich abgelöst wurden. Schon 1723, wo manbereits mit dem Ausgraben des großen Bassins und der Anlagedes s. g. Siebenbergs, der damals jedoch zum Theil wiederzusammenrutschte, begonnen hatte, wurde jene Zahl auf 500vermehrt, und da der Landgraf die Arbeit mit allem Eifer be-trieb, auch diese Zahl später noch gesteigert, so daß endlich imJahre 1728, wo noch immer am Basfin gegraben wurde, dreiganze Regimenter in Thätigkeit waren, welche in Strohhüttenlagerten.

Als Landgraf Karl nach welchem die Anlage den Namender Karl saue erhielt im Jahre 1730 starb, war sein groß-artiges Unternehmen zum bei weitem größten Theile zur Vol-lendung gediehen, obgleich auch seinen Nachfolgern noch Vieleszu thun übrig blieb.

Da die Insel sich nur sehr unbedeutend über den Spiegelder Fulda erhebt, so war sie bei einem jeden auch nicht beträcht-lichen Steigen derselben verderblichen Ueberschwemmungen aus-gesetzt, die jetzt um so gefährlicher wurden, als die jungen An-lagen vorerst noch einer längeren Ruhe bedurften. Um nun die-selben für die Zukunft vor diesen Gefahren zu sichern, verfügteein höchster Beschluß ä. <1. Kassel den 26. Juni 1742 die An-legung eines Dammes um die Aue und den Bau einer Schleuste.Es wurde hierauf das ganze östliche Bett jenes Arms ausge-füllt, das nordöstliche aber durch zwei Dämme eingeschlossen,theils um dem von Wehlheiden kommenden Bache und einigenhier mündenden städtischen Kanälen einen Abfluß nach der Fuldaoffen zu halten, theils um dasselbe als Landungs- und Lade-platz für die Fuldaschiffe noch benutzen zu können. Die Auewurde dadurch aus einer Insel eine Halbinsel. Dennoch ist der

Auegarten noch nicht gänzlich vor Ueberfluthungen gesichert, wiesich dieses bei der großen Wasserfluth im Januar 1841 zeigte,welche die Dämme überschritt und die ganze Aue unter Wassersetzte. Jener noch erhaltene Arm der kleinen Fulda ist übrigensim Verlaufe der Jahre dergestalt zusammengeschrumpft, daß erjetzt nur noch einen kleinen Bach bildet.

Während des siebenjährigen Krieges wurde leider Vielesverwüstet. Das Orangerie-Schloß wurde 1762 von den Fran-zosen in ein Fourage-Magazin verwandelt, und während derBelagerung im Herbste desselben Jahres ein Theil der Bäumezu Brennholz gefällt. Nach hergestelltem Frieden verschwandenjedoch durch die eifrige Fürsorge des Landgrafen Friedrich II.alle jene Spuren der Verwüstung.

Im Jahre 1764 wurden mehrere neue Alleen und dasBowlingreen angelegt; neben der Aue, im Garten des verstor-benen Prinzen Maximilian von Hessen, wurde eine Menagerieerrichtet, und der seither wüste Berg unter der Bellevue in einenGarten verwandelt, sowie 1765 der dem Marmorbad gegenüberliegende s. g. Küchen-Pavillon erbaut.

Unter Friedrich II. feierte überhaupt die Aue ihre Glanz-periode. Während die Pavillons des Orangerie-Schlosses häufigals Sommer-Residenz dienten, sahen die großen Sääle diesesSchlosses die glänzenften Kouren, Konzerte, Maskenbälle w.,sah die Aue prächtige Fackelzüge und in einer eigends dazu ein-gerichteten Anlage theatralische Vorstellungen aufführen.

Der ganze Garten war in dem damals üblichen, mit denstolzen Perücken und den sich sprechenden Reifröcken trefflich har-monirenden französisch- holländischen Geschmacke angelegt. AlleWege und Bassins waren nach Zirkel und Winkelmaß geformt,alle Hecken waren zu Wänden geschnitten, alle Alleen undBäume gestutzt, oft zu den wunderlichsten Figuren, kurz, allestrug den Stempel des Widernatürlichen. Diesen Charakter be-hielten die Anlagen bis zum Tode des Landgrafen Friedrich II.(1785) und erst dessen Nachfolger Wilhelm I. beseitigte dieseUnnatur und gab dem Ganzen eine freiere lebendigere Gestal-tung. Wenn bei dieser Metamorphose auch nicht alle künstlichenFormen beseitigt werden konnten, so fallen dieselben doch beiden großen Verhältnissen nicht in's Auge und treten nur aufeinen: Grundrisse noch bemerklich hervor. Auch unter Wilbelm I.Nachfolger wurde die Aue vielfach verschönert. Wilhelm II. jchnsden völlig verwilderten Bellevue-Garten von Neuem, gab demGarten des Orangerie-Schlosses eine andere Gestalt, und auchdieses Schloß wäre restaurirt worden, hatte nicht die Aenderungder politischen Verhältnisse die Arbeit unterbrochen.

Der Auegarten, welcher in seiner Grundform an die Ge-stalt einer Guitarre erinnert, hat, wenn man von der Mün-dung der kleinen Fulda ausgeht, eine halbstündige Länge, undin seiner größesten Breite eine Viertel Stunde; der Flächenge-halt innerhalb der Umfricdigung, also mit Aus seh lug der Oran-gerie, beträgt dagegen 518 kaff. Morgen; nimmt na an aber alü

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