Zt2 VI. Lehen der Herzoge von Thüringen und Sachsen.
sey. Der Lehnbrief enthalt auch noch für die Vasallen: » das»Lehn mit 3 gerüsteten Reisigen Pferden, gleich andern Unsern»Cantzley schrifftsassen zu verdienen."
Der unglückliche Krieg brachte nun auch bei diesem Lehn,Lehnhcrrn und Vasallen manche Veränderung hervor. Der edleJohann Friedrich, der erste Lehnhcrr, war in der Schlacht beiMühlberg (24. April 1547) gefangen und starb 1554. DasJahr vorher war schon der erste Vasall Curt seinem kriegerischenLeben unterlegen, 20 Jahre nachher die Mitbelehntcn, 1575 seinälterer Bruder Lippold, braunschweigschcr Geheime-Rath zuMünden gestorben, sowie der zweite Bruder, Martin zu Ober-Ellen, der sich aus dem kaiscrl. Kriegsdienst zurückgezogen, alsSenior 1577, und in demselben Jahr der eigentliche Lchnbcsitzcr,Curt, seines Vaters Curt einziger Sohn, ohne Söhne zu hinter-lassen, in Ober-Ellen daö Leben geendigt. Der geistliche HmBurghard, Domprobst zu Heiligcnstadt, übergab nach einer Ur-kunde vom 26. Oct. 1577 (Urkb. 455) Oberellcn und diesämmtlichen Güter auf dem Eichsfcld den allein von Lippold hin-terlassenen 5 Söhnen, von denen jedoch die beiden Töchter Curtsdes Jüngern die schon im Kaufbriefe bestimmten 4000 fl. erhaltensollten. Von dem hohen Lehnhcrrn ging die Lehnhcrrschaft aufseinen Sohn Joh. Friedrich II. zu Gotha und nach dessenGefangenschaft 1576 auf dessen beide Söhne Joh. Casimir zuCoburg und Joh. Ernst zu Eisenach über, sowie, als Vasallenauf Lippolds 5 Söhne, Caspar, Melchior, Lippold, Mar-tin und Heinrich, welche durch Lehnbrief von Coburg den3. Juni 1578 von den Vormündern der beiden genannten Brüder,den 3 Kurfürsten Ludwig von Baiern, August von Sach-sen (Moritz's Bruder) und Johann Georg von Branden-burg, mit Hof und Dorf Ober-Ellen, wie im vorigen, beliehmwurden. In dem ebenfalls noch vorhandenen, 60 Jahre später,vom Herzog zu Sachsen Joh. Ernst zu Eisenach am 27. Apr.1638 ertheilten Lehnbrief, erhielten die Nachkommen der oben ge-nannten 5 Brüder die Belehnung, sowie von Herzog Ernst zuGotha den 4. Sept. 1646, und am 23. Juni 1676 zuFriedcn-stcin (Schloß zu Gotha) vom Herzog Friedrich und seine»