162 lV. Braunschiveig-Lüneburgische Gesammtlehn.
mittleren und unteren Hof in sich, von denen der erste und zweiteursprünglich zusammen gehörten; daher von diesen beiden jeder im6 Hufen enthält, während der dritte seine ursprüngliche Größe von12 Hufen behalten hat. Nur der erste und der dritte sind dermalennoch Hansteinische Güter, indem der mittlere nach der Modifikationan den Ockonomen Koch und von dessen Erben die Hälfte imJahre 1852 an einen Herrn von Bischosshauscn verkauft ist.
Das Haus auf dem obern Hof, ganz von Stein, an derschiffbaren Wcrra, von der es die Landstraße nach Allen dorftrennt, ist 1693 von Hans Ludwig von Hanstcin Sachsen-Gothascher Geheimrath, (geb. 1643 t 1723) und dessen Gatti»Martha von Janus (7 1725) erbaut.
Das mehr genannte Dorf Diezenrode) (Titzenrode), liegtin einer Thalschlucht zwischen dem hessischen Vatterode und Wal-hauscn am Waldcsbache — das daselbst befindliche Gut ist ver-einzelt und an Bauern verkauft.
Wenn hier von dem Odenberg und Höhberg vielfältigdie Rede gewesen ist; so muß man bemerken, daß hier nur die nachder Werra zu ablaufende Abdachung gemeint ist; von der Schneideaber nach dem Hanstcin zu, gehörten sie unstreitig zur Burg. -
Indem wir hiermit die Braunschweig- und Fuldischcn Lehenin Wa ldessa beschließen, bemerken wir nur noch vorläufig, daß dievon Hanstein noch ein anderes, sehr wichtiges Lehn von demStifte Fulda besaßen, nämlich das Dorf Ermschwerd mit Stic-denrode und Blickcrshausen, also die ganze fruchtbare Ebeneam linken Werrauser unterhalb Witzenhausen. Diese Lehnsobjecteverkauften die von Hanstcin für 322 Mark löthigen Silbers an dieGebrüder Thilo und Arnold von Berlepsch im Jahr 13bi>an unsere Frauen Abend. Fortwährende Zwistigkcitcn mit Hessenscheinen die vorzüglichste Ursachen dieses Verkaufs gewesen zu seyn.Diesen Verlust ersetzten sie durch den Ankauf derjenigen Güter inWiederoldshauscn, Lindcnwerre und Waldcsa die ihnennoch fehlten, und erwarben sich dadurch ein mit der Stammburgzusammenhängendes, durch die Werra begränztes geschlossenes Ganze,das leichter, als das entferntere Ermschwerd, vertheidigt werden