Druckschrift 
1 (1856)
Entstehung
Seite
60
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Geschichte der Burg Haustein.

was man nur vermochte, wandte man an ihre Ausschmückung. DieKapelle des Hausteins muß ebenfalls reich geschmückt gewesen seyn,denn Martin von Hanstein erbaute 1417 darin einen Altar, dessenKostbarkeit gerühmt wird, (Xltara nmami pratii). Auch ließ es sichdie Familie angelegen seyn, sie mit hinreichenden Gütern zu versor-gen. Ihr war der einträgliche Zehnte zu Steine, der Zehnte vonzwei Gebreilen im Felde zu Hanstein, die Opfcrwiese, ein MalterHafer von einer Hufe Landes in Arnshausen, 3 Maller zu Hohcn-gandern u. er m. zugewiesen. Ein Kapellan oder auch wohl derPfarrer zu Rimbach besorgte den Gottesdienst.

6) Es ist hier der Ort, einige Worte über die in den Ur-kunden des Mittclaltcrö häufig vorkommenden Kemnaten zu sa-gen. Die nicht so groß als eine Burg, aber doch eine Art vonfesten und sichern Wohnungen des Adels waren. Denn nach einerUrkunde von 1323 bei Uuüen. o. cl. I. III. X. UXIIl fand sichbei der Burg Hanstein ebenfalls eine Kemnate; so wie zu Lin-denwerre, womit die von Hanstein vom Abte von Fulda belehntwurden, ferner wurde der alte Hof bei der Kirche zu Ershan scndie alte Kemnate genannt, so wie auch das steinerne Haus untermHaustein, in der Schanze bei Born ha gen, diesen Namen führt.Es ist nach der Jahrszahl über der Hausthüre 1616 erbant, sollzum Junkcrnhof in Bornhagcn gehört haben und ist mit dem großenGarten von einem Schneider für 366 Thlr. erkauft. Auch inNnstefclde jenseits des Nustebergs hat eine Kemnate gestanden.Man sieht, daß diese gerade da häufig waren, wo Wenden ge-wohnt hatten, (S. I. kurze Geschichte deS Eichsfelvcs) wie denndas Wort Kemnate (emmuatu) ein Wendisches Wort ist.

Der Name ist slavischen Ursprungs. Kamen heißt in denslavischen Dialekten, z. B. im Russischen, ein Stein, und Kemnateist daher ein steinernes Haus, das sich von der Burg dadurch un-terschied, daß es theils kleiner, theils mit keiner Umfassungsmauerumgeben war. Der ursprüngliche Zweck war wohl, den Ertrag derErnten, die man in der Burg oder dem Herrensitze nicht unter-bringen konnte, gegen einen feindlichen Anlauf, oder gegen Feuers-gefahr zu sichern. Man verband aber bald Wohnungen mit diesenKemnaten und so entstanden aus ihnen Oekonomiegebäudc oder