Geschichte der Burg Haustein.
pfigcn Niederungen, wo der Tod heimtückisch lauert, oder an dc»schaucrvollcn Abhängen, wo die Lavincn donnern — immer bautsich der Mensch da wieder an, wo seine Vorfahren gesessen haben.Darum kann man von der Erbauung der zweiten Burg auf derStelle der ersten schließen, zumal da die Materialien zum Neubauaus den Trümmern der alten Burg so leicht und ohne Kosten ge-nommen und benutzt werden konnten.
Zweite (mittlere) ZZurg von l070 bis 1308.
Die im Jahr 1070 der Rache des Königs anheimgefalleneälteste Burg blieb nicht lange ein Trümmerhaufen, denn schon inder nächsten Generation ist die Burg ein Bcsitzthum eines andern,nicht minder mächtigen Geschlechts geworden. Sie mußte also sehrbald wieder erbaut seyn.
Wer ist der Wicdcrcrbauer? Urkundlich läßt sich dieses zwarni cht nachweisen; allein alle Umstände sprechen dafür, daß es Ottovon Nord hei m selbst war. Als derselbe im Jahr 1075, nach-dem er seine zwei Söhne zu Geiseln gegeben, seine verlorene Frei-heit wieder erlangt hatte und sogar dem Könige unentbehrlich seinvertrauter Rath und Statthalter über Sachsen geworden war, standes ihm frei, die Spuren des Königlichen Zorns auf seinen Eigen-thum zu vertilgen, und da wir ihn gerade in dieser Zeit mit derWicdcrcrbauung der Harzburg und der Errichtung einer zweitenauf dem Stcinberge bei Goslar beschäftigt sehen, so ist es nichtunwahrscheinlich, daß er neben diesen Königlichen Burgen auch andie Wiederherstellung der eigenen gedacht habe, zumal da Hausteinzum Schutze seiner zerstreuten Besitzungen zwischen der Leine undder Wcrra ihm von großer Wichtigkeit war. Freilich mag dieseWiederherstellung nur sehr unvollkommen gewesen seyn, denn diesezweite Burg war in einem vcrhältnißmäßig sehr kurzem Zeiträumevon etwa 200 Jahren, schon so baufällig geworden, daß ein ganzneuer Aufbau nöthig wurde.