38
Geschichte der Burg Hanstcin,
wieder erwähnt wird und keine Spur vorhanden ist, woraus manauf eine Verbindung mit Corvei schließen könnte. Allein auch die-ses Bedenken wird gehoben, wenn wir beachten, daß Klöster ihreentfernten Einkünfte gern mit näher liegenden vertauschten, da dieAblieferung des Zinses immer schwieriger wurde. So vertauschteAbt Hüggi von Fulda seine entfernten hessischen Güter mit solchendie auf dem Eichsfelde lagen, ein Beispiel, das sich durch vieleUrkunden vermehren läßt. Wahrscheinlich hat daher Corvei früh-zeitig einen solchen Tausch getroffen und dem Herrn der Burg auchdas Haanstcdihus mit seinen Ländereicn überlassen und dieseskonnte es um so leichter, als der uns nun bekannt werdende Be-sitzer der Burg auch in der Nähe von Corvei begütert war.
Dieser Besitzer der Burg Hanstcin ist Niemand anders alsder mächtige Graf von Nord heim. Kaum gibt es im l l. Jahr-hundert ein Grafengeschlecht, das sich mit den Nordhcimern hin-sichtlich des Gütcrbesitzcs messen konnte. Durch das ganze Sachsen-land bis nach Thüringen längs der Weser, Leine und Dicmcl, zogsich ihr freilich sehr vereinzelter Gütcrbesitz und zu diesem wird dieBurg Hanstcin im Jahr 1070 als ein unzweifelhaftes Allodiumerwähnt. Damals lebte Otto von Nordheiln, der bereits inSachsen zu den mächtigsten Edlen gezählt wurde, als er durch dieErwerbung des Hcrzogthums Baiern im Jahre 1061 den Glanzseines Hauses auf das Höchste steigerte. Er verdankte diese Er-höhung der Mutter des unmündigen Kaisers Heinrich IV,, derNeichsverweserin Agnes, die sich bemühte die stöirigcn Sachsenmit der Herrschast eines fränkischen Königs zu versöhnen. AlleinOtto bewies sich undankbar gegen seine Wohlthäterin; von Herrsch-sucht getrieben, verband er sich mit Erzbischof Hanno von Mainzund Grafen Eckbert von Braunschweig, um den jungen Königseiner Mutter zu entführen. Dadurch gelangte er zwar zur höch-sten Macht, wurde aber vom Erzbischof Adclbert von Bremenverdrängt, der den jungen leidenschaftlichen König zu seinem Un-glück nach Willkühr schalten ließ und dessen Günstling, Graf Wer-ner von Hessen, in seinem rücksichtslosen Ucbcrmuth bestärkte,bis letzterer in einem Aufstande zu Jngelheim 1066 erschlagen,