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1 (1856)
Entstehung
Seite
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Geschichte der Bnrg Haustein.

kämpfe ihre Namen in der Geschichte verewigt haben. Stellen wiruns im Geiste auf den Punkt, von welchem herab die Thürme desHausteins ins Land hinausschaucn, und richten wir unsere Blickenach Osten, von dem Höhberg hin bis zu den waldumkränztenpKuppcn des ThüringerwalveS, so würden wir in jenem Jahrhun-dert die Hofe, Weiler, Dörfer und Burgen des fleißigen Thürin-ger Volkes erblicken. Gegen Norden aber sind bereits die zer-streuten Gehöfc der Sachsen bis an den Fuß des Gebirges ge-rückt und westlich hat der Franke das linke Ufer der vorbeiflic-ßcndcn Werra besetzt, so daß die nahe Stadt Witzcnhausen nochim 14. Jahrhundert urkundlich nachweisen konnte, daß sie auffränkischem Boden liege und fränkisches Recht genieße. Inder That giebt es vielleicht keinen Punkt in Deutschland, auf wel-chem die drei feindlichen Völker so nahe an einander stießen, alsdieses am Fuße des Hansteins der Fall war, und merkwürdigerWeise zeigt sich noch in unseren Tagen diese dreifache Völkcrnscheidein vielen Anklängen der Sprache und der Sitten; noch ertönt bisnahe an dem Fuß des Hausteins das wohllautende Sassisch, ge-wöhnlich Plattdeutsch genannt, während die benachbarten Bewohnerdes Werrathals und des Eichsfcldes durch ihren fast singendenAcccnt, der durch Buchstaben sich nicht ausdrücken läßt, ihre Vcr-wandschaft mit den Thüringern beurkunden, und die rauhe, volleSprache der Witzenhäuser an die fränkische Kraflsprache erinnert,welche unter Carl dem Großen italienischen Ohren so rauh undwiderlich erklang, daß der Kirchcngcsang der Franken mit demRollen eines plumpen Wagens auf einem Knüppeldamm von ihnenverglichen wurde. - So wunderbar ist aber die Macht der Stamm-verschicdenheit, so zähe ihre Gewalt, daß mehr als tausend Jahremit allen ihren Erschütterungen und ihren Jncinandcrrüttcln nichtim Stande waren, den Grundcharacter der Volksstämme auf einemso kleinen Raume zu vertilgen.

Stellen wir uns noch einmal auf diesen ethnographisch undgeschichtlich merkwürdigen Punkt, auf diesen Völkerknotcn; so liegt unsder Gedanke nahe, daß das am meisten bedrohte Volk diese Höhenbenutzt haben würde, um Befestigungen anzulegen. Das tha-ten ganz ohne Zweifel die hart bedrängten Thüringer, welche von

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