Geschichte des EichSfcldeS.
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Familien desselben bemächtigt und ließen in ihren Kreis nicht leichtJemanden eintreten, der nicht zu ihnen gehörte. In ihren Reihensaß der künftige Regent, darum waren sie darauf bedacht, fremd-artige Bestandtheile fern zu halten, die jedesmalige Wahl zu beschleu-nigen, oder, wenn Gefahr höherer Einmischung drohte, bei guterZeit einen Koadjutor zu wählen, der dann als erkorener Erb- undKronprinz bei dem Tode des Vorgängers ohne Widerrede den crz-bischöflichcn Stuhl bestieg. So bekam der vorletzte Kurfürst FriedrichCarl Joseph (von Ertheil) an Carl Theodor von Dalberg bereits1787 einen Koadjutor, dem er erst nach vierzehn Jahren (1801),als das Schicksal des Kurfürstenthums entschieden war, durch seinenTod seinen nicht mehr bencivenswerthen Platz einräumte.
Dieser vorletzte, oder eigentlich letzte Erzbischof und Kurfürsthat in seiner langen Regierung (1774-1801) den schneidendsten! Wechsel des Geschicks erfahren. Mit dem Ruhme des freisinnigstenFürsten, mit dem Glänze des Reichthums und des Ueberflusses,bewundert, gepriesen von tausend Zungen, als Mäcenas der Wissen-schaften, als leuchtendes Vorbild der Regenten, stand er gegen dasEnde seiner Regierung als ein entblätterter, vom Blitze getroffenerBaum, von den Schmeichlern verlassen, vom giftigen Zahn derVerleumdung zernagt, mit schwarzem Undank belohnt, seiner Länder,Schätze, Bibliotheken beraubt, unter Trümmern und Gott schien dembereits Vergessenen selbst die Wohlthat des Todes entziehen zu wollen.Wir müssen bei ihm noch einige Augenblicke verweilen.
Er gehörte, wie die meisten Fürsten seiner Zeit, der französischenCultur und der Schule der Encyklopädisten an. In seiner unmittel-baren Umgebung sah man nicht mehr die ernsten Gestalten derDomherrn und höhern Diener der Kirche, sondern Dichter, schöneaber auch leichtfertige Geister, Litcraten aller Art, Gelehrte, welchesich bereits einen bedeutenden Ruf erworben hatten, Johannes vonMüller, Lersner, Forster, Sömcring, u. a. sämmtlich aus derprotestantischen Welt zusammengerufen, vermehrten den Glanz, derihn auf seinem Lustschloß Favorite, umgab. Aufklärung war dasLosungswort bei ihm, wie bei seinem Koadjutor und dem geistes-verwandten Fürst-Bischof Heinrich von Bibra zu Fulda. In diesemStreben geschah unstreitig viel Gutes und auch auf das vernach-