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1 (1856)
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Geschichte des EichsscldcS.

theils beitrieben. Kein Wunder wenn das Hungcrjahr von 1771-72das Eichsfcld so hart traf.

Eine bedeutende Veränderung hatte sich aber in dieser Zeitmit dem Oberhaupte zugetragen, welche wiederum ihren Einfluß aufdie Regierung des Landes äußerte. Der «ehrwürdige in Gott Vaterund Herr," wie der Erzbischof sich im Mittclaltcr nennen ließ, derDiener der Kirche und des Reichs, der mit seinem Domkapitel undder Ritterschaft auf einem mehr brüderlichen Fuße stand, sich inallerlei Noth an sie, als seine natürlichen Verbündeten wandte, Geldvon ihnen erborgte, aber auch ihre Rechte beschützte und bekräftigte,war verschwunden und an seine Stelle ein nur scheinbar dem Kaiserunterworfener, souveräner Kurfürst mit voller Landeshoheit getreten.Nach dem Muster Ludwigs XIV. umgab ihn ein glänzender Hof-staat, zu dem sich Bischofsstab und Jnful nicht mehr paßten, undwas man von dem ehrwürdigen Vater in Gott früher als ein Rechthatte fordern dürfen, das erlangte man jetzt im günstigsten Falleals Gnade des Gebieters. Den adligen Geschlechtern blieb nichtsanders übrig, als durch Uebernahme von Hofchargcn Theil zu neh-men an dem Glänze, der vom Herrschersitze ausging, oder sich aufdie Güter zurückzuziehen, und in den Beschäftigungen des Landlebensihren Beruf, in der Jagd ihr Vergnügen zu suchen. Da nun dieprotestantischen Geschlechter des EichsscldcS zu den Hofwürdcn undzu den Ehrenplätzen im Domkapitel keinen Zutritt, und zum Land-leben, worüber man ohnehin in den höheren Kreisen spottete, nichtimmer Neigung hatten, so traten viele von ihnen in die Dienstederjenigen Staaten, die sich vorzugsweise Militairstaaten nannten.In hessischen, preußischen und selbst russischen Armeelisten fand mandaher häufig die Namen von Hanstein, Western ha gen, Win-tzigcrodc, Linsin gen, Bedungen, in allen Graden des Dienstesverzeichnet.

Aber auch für die katholischen Geschlechter war der Eintrittin die höheren Würden des geistlichen Staates schwieriger geworden.Seitdem es Observanz, ja Gesetz geworden war, daß der Kurfürstvon Mainz, der erste und angesehenste Fürst des Reichs, aus demSchooße des Domkapitels hervorgehen und nur aus demselben unddurch dasselbe gewählt werden konnte, hatten sich gewisse crclusive