Geschichte des Eichsfcldcs.
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Erfüllung ging. Sammelt man die uns übrig gebliebenen Nach-richten über diese, oft mit rafinirtcr Grausamkeit ausgeführten ge-genseitigen Gewaltthätigkeiten -) während des Fauftrechts, so sollteman glauben, das Land sey zur Einöde geworden. GlücklicherWeise waren aber die niedergebrannten Hütten bald wieder auf-gerichtet und nach geschlossener Sühne rechnete man gegenseitig ab,wodurch dann der stutem guo so ziemlich wiederhergestellt wurde.
Solcher Fehden gab es viele, denn viele, sehr viele Adels-samilien bewohnten das Eichsfcld und wie häufig trat die Veran-lassung zu einem „Span" hervor, namentlich bei den Gastmählernund Gelagen, wo die Rohhcit deS Zeitalters in übermäßigen Genußder Speisen und der Getränke sich kund gab. Noch trauriger würdendie Folgen der Rauflust gewesen seyn, wenn diese nicht im Diensteeines benachbarten Fürsten zur Führung der auswärtigen Fehdeneinen Ableitcr gefunden hätte. Durch Verträge machten sich oftdie Häupter der Familien anheischig, mit einer gewissen Anzahl"Glewcn" zum Kampfe bereit zu seyn, wobei gewöhnlich der Lehns-herr ausgenommen wurde. In den Urkunden des HansteinschenGeschlechts finden sich mehrere solcher Verträge, welche an ihremOrte angeführt werden sollen.
Solche auswärtige Kriegsdienste, in denen die Ritter dieStelle des stehenden, stets gerüsteten Heeres vertraten und dafürtheils durch Baarzahlungen, theils durch Anweisungen auf die Ein-künfte gewisse Aemter belohnt wurden, waren eine Wohlthat fürdas Land, das für die allzuzahlrcichen Adelsgeschlechter viel zu kleinund zu beschränkt war. Steinmetz in seiner 1701 herausgckomme-ncn Abhandlung von der Ritterschaft des Eichsfeldes führt 27Adelsgeschlechter an, welche zu seiner Zeit bereits erloschen waren,
^) Um nur cm Beispiel ans einer alten Sage anzuführen. Die von Kerst-lingerode ergriffen einen Bürger ans Hciligenstadt, der ein Spottlied aufdie Befreundeten von Hanstein gesungen hatte, auf seinen Acker, als ereben im Begriff war, seinen Erntewagen zu beladen, schlugen ihm den Kopfab, steckten diesen auf den beladenen Wagen, banden den Körper unterdemselben und zwangen den Knecht, mit diesem, so ausgeschmückten Ernte-wagen in die Stadt zu fahren! (1476).