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1 (1856)
Entstehung
Seite
14
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Geschichte des EichsfeldcS.

oder ihre Güter auf dem Eichsfclde verkauft oder abgetreten hat-ten; allein dieses Verzeichnis; ist bei weitem nicht vollständig. Esfehlen darin die von Heiligcnstadt, die von Dingelstedt, die vonHvchclhcim, die von Kindehauscn, die von Gandern, die von Alten-dorf, die von der Auwe, welche sämmtlich in Heiligenstadt begütertwaren. Dagegen führt er noch 2l Familien auf, welche zu seinerZeit noch vorhanden waren und von denen nach Verlauf einesJahrhunderts fast die Hälfte nicht mehr zur Eichsfeldischcn Ritter-schaft gerechnet werden kann, oder ganz erloschen ist. Ueber 50adlige Familien blühten demnach im 14, und 15. Jahrhundert ausdem kleinen Bezirke des Eichsfcldcs; aber man würde sich irren,wollte man alle zu dem alten Adel zählen. Viele von ihnenwaren nichts anderes, als Ministerialen der erloschenen Grafen-gcschlcchter gewesen und hatten sich durch Gütcrbesitz gewisse Rechteerworben, Rechte, die sie wenigstens über den Stand der Dicnst-leutc erhoben. Manche sind wahrscheinlich nur begüterte Bauerngewesen, deswegen denn auch die zu Rittern geschlagene Mitgliederaus wirklich alten Adelsfamilicn nicht unterlassen, ihren Namen inden Urkunden die Bezcichung des Nittcrthums, (miles) hinzuzufügen.Es kam aber in der Kriegerischen Zeit des Mittelaltcrs weniger aufeine lange Ahncnreihe an, als im 16. u, 17. Jahrh, wo man, umden Andrang zu den Domkapiteln zu vermindern, zur Aufnahme indiese Stifter eine genaue Ahncnprobc verlangte. Wir werden spä-terhin nachweisen, daß an der Spitze des alten Adels des Eichsfcldcsdie von Haustein stehen.

Ueberall in Deutschland erlag der Lanvmann dem maßlosenDrucke seiner Gebieter, die ihm namentlich gegen das Ende des15. Jahrhunderts kaum Mcnschcnrechtc zugestehen wollten, abernicht überall brach der verhaltene Groll so zerstörend aus, als aufdem Eichsfeldc in dem Bauernkriege seit 1524, als Münzcr undPfeiffer von Mühlhauscn aus, seine erbitterten und sanatisirtcnHaufen, die keine Barmherzigkeiten kannten, gegen die Kloster, alsPflanzstätten des Aberglaubens, und gegen die Burgen, als Sitzeder Unterdrückung führten. Damals fielen die Klöster Anncrode undZelle, die Burgen der von Harstall zu Diedorf und Kathariucuberg,die Schlösser Harburg und Scharfenstein, die Klöster Worbis, Nei-