Geschichte dcS EichsfeldeS.
das Erzstift erworben. Ursprünglich eine Kloster- und Schulanstall,wie Fritzlar, daher auch Heiligcnstadt, Ort, wo Heilige, d. h. Geist-liche gebildet werden, wie Fricdcslar - Wohnung des klösterlichenFriedens, genannt, bildete es sich, wie letzteres im 11. Jahrhundertzu einem Chorherrnstift mit einem Münster aus, in dessen geheiligteNähe Ansiedler sich niederließen, so daß der Erzbischof bereits im12. Jahrhundert hier einen Vogt, einen Münzmcistcr und Verwalteranstellen konnte.
Der Nüstcberg und Heiligcnstadt waren demnach die Ccntral-punktc, von wo aus der Erzbischof, wie ein kluger Diplomat seineEroberungen im Frieden bewerkstelligte. Durch kluge Benutzungder Umstände, durch Kauf, Pfandschaft, Verträge wurde das kle-brige gewonnen, wobei es dem Erzbischof zu Statten kam, daß ernicht mit einem Fürstenhause, wie in Hessen, sondern mit vielen klei-neren, oft entfernten Güterbcsitzcrn es zu thun hatte. Obgleicheine ausführliche Geschichte dieser Eroberungen theils außer demZwecke dieser Blätter liegt, theils das Nöthige in dem Abschnitteüber die von Hanstcinschen Lehen vorkommen wird, so mögen dochdie hauptsächlichsten hier genannt werden:
1124 überträgt die Markgräfin Richardis von Stade die AbteiGerode mit den dazu gehörigen Dörfern und Höfen demErzbisthum zum Eigenthum.
Dieselbe übergiebt nicht lange hernach ihr Schloß Harburg mitden dazu gehörigen Ministerialen und Leibeigenen demErzbischof.
1162 vermehren die Grafen von Tonne durch Stiftung desKlosters Reifenstcin das Bcsitzthum des Erzbischofs.
1294 erwirbt Erzbischof Gerhard II. durch Kauf die ansehnlichenSchlösser Birkenstein, Gleichenstein und Scharfcnstcin aototam terram guo U^olriskelcl tlmutomos appellalur,mit zwei Marktflecken Beurcn und Dingelstäot und sehrvielen Dörfern, mit allen Rechten, Einkünften, Vasallenund Ministerialen, vom Grafen Heinrich von Gleichen,die wichtigste und ausgedehnteste Erwerbung. (SieheWolfs Gesch. d. Eichsf. I. Urk. S. 47.)
1327 wird das Schloß Stcina gekauft.