Druckschrift 
1 (1856)
Entstehung
Seite
10
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IN

Geschichte deS Eichsfcldes.

Durch die geistliche Herrschaft war dem Erzbischof der Wegzur weltlichen über das Eichsfeld gebahnt. Ihm, den geistlichenOberhirtcn waren die Kirchen mit ihrem Vermögen, die Klöster undihre Besitzungen, die Stiftungen mit ihren Gütern, die immer weitersich ausdehnende geistliche Jurisdiction unterworfen und es fehltenur noch der eigentliche Landesbesitz, die Ausübung der Hohcits-rechte, um das Eichsfcld als mainzischcs Eigenthum zu betrachten.Die Erzbischöfe säumten nicht, die dahin führenden Wege einzu-schlagen und es gelaug ihnen, hier besser und vollständiger, als indem benachbarten Hessen, wo sie auf den Widerstand entschlossenerFürsten und eines der geistlichen Herrschast abholden Volkes stießen.In beiden Ländern betraten sie denselben Weg. Es war nämlicheine kluge und von den Umständen gebotene Maßregel, welche Bo-nifacius und seine Schüler befolgten, für ihre Missionsanstalten einenZufluchtsort auf einem befestigten, und wo möglich, isolirtcn Bergezu gründen, und so wie Bonifacius den Burabcrg bei Fritzlar fürNicdcrhesscn und den Omanaberg (Amöneburg) für Obcrhesscn zudiesem Zweck sich ausgewählt und erworben hatte, so unterliegt eskeinem Zweifel, daß zu gleichem Zwecke der Nüstcbcrg auf demEichsfeldc auscrschen worden ist. Solche Bcrgniederlassungcn, ge-gründet an Orten, welche den heidnischen Bewohnern bereits alsgeheiligt und unantastbar galten, weil auf dem Berge, oder in seinerNähe ein uraltes National-Heiligthum gestanden hatte, wie dieDonnerciche bei Geismar, blieben nun ohne Widerrede im Besitzder christlichen Missionäre, wurden ein Eigenthum der Kirche, deran die Stelle des National-Hciligthums getreten war, und wurdenbald durch christliche Ansicdluugcn erweitert. Daß der Rüstcbergmit den zunächst gelegenen Dörfern eben so, wie Fritzlar und Amö-ncburg, auf diese Weise ein Eigenthum des Mainzischcn Oberhirtcngeworden ist, geht daraus hervor, daß man in den ältesten Urkundenkeine Spur findet, woraus sich auf einen andern, als den main-zischen Besitz schließen lasse. Als die Missionsanstalt nicht mehrnöthig war, wurde der Rüstcberg eine mainzische Burg, auf welcherder Burggraf, Vicedom, oder Landvoigt seinen Wohnsitz nahm unddie Zehnten und Zinsen benachbarter Dörfer zu seinem und seinesHerrn Nutzen erhob. Auf gleiche Weise wurde Heiligcnstadt für