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1 (1856)
Entstehung
Seite
9
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Geschichte dcS Eichsseldes.

welcher unter den Neunen des Qffizials (0MoiaIs8) so häufigin den Urkunden des 14. u. 15. Jahrh, vorkommt. Ihm wurdendie beschwerlichen Dicnstvcrrichtungcn, Einführung der Priester, Ve-reisung der Diöcese, Visitationen der Kirchen und vor allen, Erhe-bung der dem Erzbischof oder den Archidiaconcn zukommenden Ein-nahmen, wovon er selbst einen angemessenen Antheil bezog, unterAutorität des Archidiacons übertragen. An ihn, den Offizial, nichtan den Archidiacon, sind daher im 14. u. 15. Jahrhundert, diePräscntationsschrciben gerichtet, wodurch der Patron eine erledigtePfarrstclle oder Pfründe zu besetzen wünschte.

Allein die ausgedehnte Macht des Archidiacons in seinem Bezirkwar nicht ohne Gefahr für das crzbischöfliche Ansehn, indem diedirekte Beziehung der Kirchenfürst-cn zu seinen geistlichen Unterthanendurch diese Mittclpcrson in den Hintergrund gedrängt wurde. Umdieses zu verhindern, wandte man in Mainz mehrere Mittel an,welche stufenweise verstärkt, zum Zwecke führten. Zunächst dienteder Offizial selbst dazu, den Archidiacon weniger wichtig zu machen,so daß dessen Amt endlich eine Art von Ehrenamt wurde, ohneüberwiegenden Einfluß; und als man auch dieses Verfahren nichtfür genügend erkannte, wurden die Befugnisse des Archidiaconsund seines Qffizials wiederholt eingeschränkt, die Berufung nachMainz erweitert, das Recht der Entscheidung in Prozcßsachen aufkleine Summen beschränkt und in wichtigen Untersuchungen besondereCommissarien bestellt. Im 16. Jahrhundert war es endlichZeit, beive Beamten ganz abzuschaffen und ihre Geschäfte bleibendenCommissarien zu übertragen. Ein solches Commissariat in8piritualibu8 hatte den Obcramtmann oder Vicedom zurSeite und konnte sich, da es nur auftragsweise handelte, nie zurWürde eines Archidiacons erheben. Dieses Institut bildete sich im16. u. 17. Jahrhundert aus und zeigte sich besonders thätig, woes um Erhaltung und Vermehrung geistlicher Gerechtsame sich han-delte, weswegen man denn auch Männer, die in fürs omronioo stoivili wohl erfahren, die Spitzfindigkeiten des Rechts trefflich anzu-wenden verstanden, zu Commissarien iir spiritualibus ernannte. Fürdas Eichsfeld hatten sie anfangs ihren Wohnsitz in Duderstadt,seit dem 17. Jahrhundert in Heiligcnstadt.

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