Kurfürsten akzeptirt hatten, um hierdurch Aar! V. die Wahl als deutscher Kaiser zuermöglichen, in der frankfurter Aprilnresse des Lahres sipfl fällig waren. Zedocherst nachdem sich in der Butte des ^6. Jahrhunderts außer den bisher üblichenBaarkäufen auch Kreditkäufe und Lieferungsgeschäfte und mit ihnen die Zahlungen durchfrankfurter Bkeßwechsel allgemein bei der europäischen Geschäftswelt einbürgerten, warendie Voraussetzungen zur Begründung einer Börse gegeben. Wenn der frankfurter Rathim Zahr s368 an die Kurfürsten berichtet, daß er in und außer den Blessen für Be-folgung der Reichsmünzordnung von s533 durch Anschläge an den gewöhnlichen Plätzenund auch im Nürnberger Hof, „darin die meisten der Kausleut Versammlungen undGewerb seind", Sorge getragen habe und wenn man aus diesen Anschlägen im Nürn-berger Hos noch nicht zu der Annahme einer Börse um das Jahr ^560 schreiten will,so glaube ich deren Bestehen oder Begründung wenigstens für das Zahr ^533 annehmenzu müssen. Gs wird uns berichtet, daß damals die Kaufleute bei der Unsicherheit derBlünzwährung und der Unschlüssigkeit der Reichsstände sich selbst geHolsen und zwecksgleichmäßiger Bewerthung und Bezahlung der Wechsel sich aus einen gewissen Werthder Geldsorten unter einander geeinigt hätten. Biese Einigung setzte aber ein organisirtesZusammenwirken der gesammten Kaufmannschaft an einem bestimmten Versamm-lungsort voraus und erheischte auch, weun die vereinbarte Wechselordnung in Geltungbleiben sollte, den fortbestand der einmal begründeten Kausmaunsbörse. So alt aberwie diese sind meines Dafürhaltens auch die Kurszettel und erblicke ich in der Vereinigungvom Jahr s533 auch die erste festsetzung des Wechselkurses.
Die christlichen Kausleute hielten ihre Börsenversammlungen aus dein Römer-berg vor dem Haus zum Löwenstein, unmittelbar bei dem Kaufhaus ab, welches nachdem Ankauf des Römers durch den Rath von den alten Krämen aus dem Marktetwa sHsq. in dieses Gebäude verlegt worden war; die Juden hatten sich hiervongesondert auf der anderen Leite des Römerbergs am Haus flösser sNo. s7 Kit. s No. 37)zu halten. Zm Jahr s62fl existirte ein Wechselnotar, welcher sein Kontor in derWedelgasse im Kastenhof sKit. I< No. so?) hatte, ein öffentliches Protokoll über protestirteWechsel und eine Art Handelsregister über Vollmacht-Ertheilungen, Errichtung undAuflösung von Gesellschaften führte.
In der Herbstmesse s<5^2 wurde das erste gedruckte Wechselkursblatt von denWechselmaklern herausgegeben, und zwar in italienischer Sprache. Die Neberschrift lautet i
/rnno 1642 in VrancolortKievu cli Zettemlmi.
Im Pahr ^677 befanden sich unter den beeidigten Wechsel- und Waarenmakleruvier jüdische. Als ^694 die Patriziergesellschaft frauenstem, unter deren Mitgliedernsich einige der reichsten frankfurter Kaufleute befanden, das Haus Braunfels ausdein Liebsrauenberg käuflich erwarben, wurde entweder gleichzeitig oder bald darausdie Börse hierher verlegt, woselbst sie fast s50 Jahre bis zur Errichtung eines eigenenBaues verblieben ist. Den Zuden war als besonderer Stand die Eck am Laden eines