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Frankfurter Bürgerbuch
Entstehung
Seite
167
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Italieners svermuthlich das Brentano'sche Hans Salvator auf dein Liebfrauenberg No. 5-s,Tit. Li No. p) angewiesen worden, jedoch konnte diese Trennung seit der Glitte dess8. Jahrhunderts nicht mehr aufrecht erhalten werden. Um diese Zeit erschienen diegedruckten Wechselkursblätter wöchentlich.

Nach den bisherigen Ausführungen ist es verständlich, daß unsere Stadt alsGeldmarkt erst in der zweiten Hälfte des ^6. Jahrhunderts Bedeutung gewonnen hat.Wenigstens sind zu einer Zeit, da Augsburg, Ulm, Nürnberg und Straßburg bereitsweltberühmte Bankhäuser aufweise,: konnten, in Frankfurt keine namhaften Kapitalistenzu finden. Nachdem aber Spanien im Jahr s557 zugleich mit Frankreich und zun:zweiten Alal im Jahr s575 seinen Schuldverbindlichkeiten gegen die süddeutschenAnlehensgläubiger nicht mehr nachkommen konnte und bankerott wurde, verloren die-selben den größten Theil ihrer angesammelten Reichthümer und die niederländischenund französischen Protestantenversolgungen führten sodann den Verfall der großenWeltbörsen Antwerpen und Lyon herbei. Tin Theil dieses bisherigen Verkehrs übertrugsich zugleich mit den: ausblühenden Handel der einwandernden Flüchtlinge entwederdirekt oder zunächst über andere Plätze wie namentlich über Köln, aus unsere Stadtund so kamen bald einzelne Bankhäuser, wie von Bodeck, von Ucheln, v. d. Berghcn,de Neufville und Tan:poing aus, unter denen das erste zugleich das bedeutendste gewesenist. Die erzielten Erfolge führten dann in der Zeit von s7sO—s750 zur Gründungzahlreicher weiterer Bankgeschäste und haben deren Leiter sich vielfach mit den: Reich-thun: Adel und Patrizierrang erworben. Das Betriebskapital und der Geschästskreisdieser Banken hat jedoch selbst in: s3. Jahrhundert nicht die ehemalige Größe undBedeutung der Augsburger und Nürnberger Weltgeschäfte erreicht. Während die FirmaAnton Fugger und Bruders Söhne in: Jahr sSqch ein Handlungskapital von rund fünfAlillionen Gulden besaß, hat wohl keines von den Frankfurter Bankhäusern an: Ansangdes s3. Jahrhunderts über eine Aullion Gulden verfügen können, und mag der in:Jahr P7fi verstorbene italienische Schnupftabakssabrikant und Banquier Bolongaro,welcher ein Vermögen von mehr als zwei Aullionen Gulden hinterlassen haben soll,bis zu dieser Zeit der reichste Bewohner Frankfurts gewesen sein.

Was nun den Geschäftskreis derjenigen Handelsleute betrifft, welche man inden früheren Jahrhunderten als Banquiers zu bezeichnen pflegte, so zeigt derselbe manchewesentliche Unterschiede gegen heute. Zwar gab es unter ihnen eine Reihe von Kapitalisten,welche in erster Linie Staatsanlehcnsgeschäfte und andere reine Geldereditgeschäfte „rächten,wie z. B. Isaac Behaghel, welcher in den Iahren s633—s7O6 preußische, englischeund niederländische Anlehen übernahm; in der Regel aber wurde das eigentliche Bank-geschäft neben den: Waarenhandel betrieben, in: Zusammenhang mit welchen: es sichentwickelt hatte. So waren die Bankhäuser Aletzler, Steitz, Städel, Ioh. Anton Accyeranfänglich Spezereiwaarenhandlnngen, die Bankhäuser Wiesenhüter und Hassel Juwelen-Handlungen, die verschiedenen Finnen Bolongaro Tabakhandlungen und Johann Noeund Johann Peter Gogel, sowie Gebrüder Aleyer nur Weinhandlungen.