ihr zweites nach Beendigung des österreichischen Fcldzngcs.Es ist hier nicht Brauch, die Kirchweihfeste zn feiern, daherging dieser Tag fast unbemerkt vorüber. Ich verfaßte einekleine Denkschrift unter dem Titel: „8oli I)so (Gloria.Kurze Reimchronik der Kirche zu Schönebeck", und dedicirtesie dem Pastor Vesser, welcher sie dem damaligen Super-intendenten Blech vorlegte. Derselbe verfügte, daß sie demPfarr-Archiv beigelegt und aufbewahrt werden solle. Sieenthält auf 5 Bogen die Geschichte der Kirche in Reimennebst beigefügten Anmerkungen unter dem Texte. Außerdemschenkte ich der Kirche ein messingenes Collectenbeckcn, wasihr fehlte, da bisher das Taufbecken diese Stelle vertretenhatte.
Inzwischen war der hiesige Lehrer wieder zurückgekehrt,und die Verhältnisse unseres Vaterlandes wurden wiederruhiger. Schon kehrten die Krieger wieder in ihre Heimath,die der Krieg und die Cholera übergelassen hatten. DerFriede war geschlossen, und am 1l. November wurde inallen Kirchen des Landes das Fricdcnsfest gefeiert mitDank und Preis gegen den Herrn der Hcerschaaren, derso gnädig geholfen und nnserm Könige den Sieg verliehenhatte. Die Fricdensprcdigt in unserer Kirche hielt derOrtspastor Besser über 1 Samuel 7, 3—13. Gott be-schirme und schütze ferner unser thcures Vaterland. Ergebe uns Frieden und Segen fort und fort, und setze inunsere Herzen ein dankbar Eben-Ezer.
XXII.
Schlnhl'ctrachtmlg.
An zwei Jahrhunderte sind nun an unserer Familievorübergegangen, und bis wohin glaubhafte Nachrichtenvorhanden sind, habe ich mich bemüht, dieselben zusammen-zustellen. Vieles davon beruht auf Tradition, da keinermeiner Vorfahren geschriebene Nachrichten hinterlassen hat.