Sommcrmonaten, besuchte er mich vst des Sonntags Nach-mittags, tvo wir uns über Allerlei unterhielten. Dabeilernte ich seine Liebe zum Heilande kennen und sein himm-lisches Verlangen. Er hatte eine kindliche Freude anGottes Wort. Die Bibel, Goßners Hanskanzel und WudriausKreuzschule waren seine liebste Lectüre. Sein Plätzchen inder Kirche war selten leer; er war ein aufmerksamer Hörerdes Wortes. Das hatte seine Seele zufrieden gemacht mitseinem Gott, so daß er wohl sprechen konnte:
Wie Gott es fügt,
Bin ich vergnügt.
Kurz, es war eine ehrliche, treue und aufrichtige Seele.In der Nacht, als die Seinen es noch nicht ahnten, ent-schlief er zum ewigen Leben und ruhet nun ans von einemthätigen Leben. Es war mir gerade vergönnt, seine sterb-liche Hülle zu ihrer Ruhestätte zu begleiten. Ich konnteau seinem Grabe nicht traurig sein, war mir's doch, alsob mein Heimgegangener alter Freund mitjnbelte:
Locht der finster» Erdenklnft,
Lacht des Todes und der Höllen;
Denn ihr sollt euch durch die LuftEurem Heiland zugesellen.
Dann wird Schwachheit und VerdrußLiegen unter eurem Fuß.
Er hatte seine Jahre auf 69 gebracht. In den letzten 12Jahren hatte ich öfter Gelegenheit, wenn ich ihn SonntagsAbends nach Hause begleitete, mit ihm über die selige Freudeder Kinder Gottes in diesem und jenem Leben zu sprechen,und seine kindliche Freude an solchen Gesprächen zu be-merken. Er ist nun eingegangen zu der Ruhe, die Gottseinem Volke vorbehalten hat. Wie gut muß sich's da nachder Arbeit ruhen, wie wohl wird's thun.
Am 16. August 1866 waren es 200 Jahre, daß dieKirche in Schönebeck erbaut war. Mithin fiel auf diesenTag das 200jährige Jubiläum dieser Kirche, mitten in einesehr bewegte Zeit. Und wie sie damals nach Beendigungdes 30jährigen Krieges erbaut war, so fiel ihr erstesJubiläum kurz nach Beendigung des 7jährigen Krieges und