Mühsam ist ja solche Arbeit immer und Jahre vergehen,ehe mau so viel Material gesammelt hat, um überhauptetwas Zusammenhängendes in dieser Art zu schreiben. Dieerste Veranlassung dazu für mich gab ein Aussatz in derdamals in meiner Hcimath viel gelesenen Zeitschrift „DerDeutsche" vom Jahre k843, worin ans den Nutzen solcherCivilregister und Familicnnachrichten, bei der so ungeheuerfrcguenten Auswanderung nach Amerika, aufmerksam ge-macht wurde. — Außerdem aber fiel damals eine Schriftvon dem berühmten Benjamin Franklin in meine Hände,worin derselbe für seinen Sohn seinen Lebenslauf mitvorangehenden Notizen über seine Borfahren beschreibt.Dieser Gegenstand regte mein Interesse lebhaft an underzeugte in mir den Gedanken, in ähnlicher Weise etwasDerartiges zusammen zu stellen.
Es ist ein schöner, frommer Brauch nnscrcr Vorelterngewesen, das, was an Freud' und Leid in den Familiensich begeben, mit wenigen Worten in das Buch des Lebens,die Bibel, zu schreiben, woraus nach und nach eine Familien-Chronik entstand. Aber es waren immer nur Namen undZahlen, die da verzeichnet standen und die Nachkommenwissen auch davon oft wenig mehr, und der allmähligcnVergessenheit fällt das Meiste anHeim, was nicht demPapiere anvertraut wurde. Gern mochten oft die Enkelwissen, wie es Vater und Großvater ergangen ist und wassich zu ihren Lebzeiten zugetragen hat, aber nur seltenerlangen sie darüber Aufschluß. Nun, so mögen denn dieseZeilen dazu ermuntern, weitere Nachrichten zu sammeln,und den Anfang einer Chronik für unscre Familie bilden.
Nach Gottes Willen gehen die Glieder einer Familieoft weit auseinander, wie ich ja auch weit von meinerGcburtsstadt Nordhauscn, dem langjährigen Wohnplatzemeiner Familie, in eine andere Provinz gekommen bin.Wie weit mögen aber die noch cxistirenden Familien unseresGeschlechts auseinander wohnen, die nichts mehr von einanderwissen und durch andere Familienbande auch an andereVerhältnisse und Oertlichkeiten gebunden sind. Darum