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jetzt als unumwunden nölhige Bedingung für die Bewerbungeiner derartigen Stellung erfordert wird, wurde damalsnicht verlangt. Es war aber auch kein Drängen nachsolcher Stellung, denn das Einkommen war kümmerlichgenug. Im Winter, denn in Sommertagen war überhauptkeine Schule, bezahlte jedes Kind, wenn es die Schule be-suchte, was auch nicht immer der Fall war, wöchentlich 6Pfennige Schulgeld. Je nachdem nun die Zahl der Schülerwar, war auch die Einnahme größer oder geringer. Nurdie Schreibschüler mußten wöchentlich 1 Groschen geben,denn die Erlernung der edlen Schreibknnst wurde aus demGrunde extra bezahlt, weil man sie nicht für jeden Menschennöthig hielt. War der Küster nur überhaupt im Singentüchtig und sonst ein wenig bcwitzt; vor allem: hatte erdie Gunst des Patrons, so war ihm die Stelle gewiß.Die Küsterstellung brachte eigentlich die Hanpteinnahme,das Lehramt war nur eine Nebensache. Die Einnahmefür den Küsterdienst bestand aber meist in Naturalien, welchedie Gemeindegliedcr, besonders die Besitzer, geben mußten.
Conrad Rehfeld bekam also die Stelle und hat sieviele Jahre verwaltet, che er sich vcrheirathete, denn seinenachherige Frau ging noch zu ihm in den Schulunterricht,und er war 20 Jahre älter als sie. Also in seinem <10.Lebensjahre führte er seine erwählte Braut JungferKatharina Elisabeth Gadow als Lebensgefährtin vor denTraualtar. „Hat er sie sich nun nicht gut gezogen, MeisterRehfeld, so ist das seine Schuld!" hatte ihm sein alterPastor gesagt, als er das Aufgebot bestellt hatte. Und erhatte seine Wahl nicht zu bereuen, denn sie war einefromme, fleißige Frau, die ihrem Manne treulich beistandund ihre Kinder zu Fleiß und Ordnung anhielt.
Ihre Ehe war aber mit 11 Kindern gesegnet, achtKnaben und drei Mädchen. Es ist mir heute noch einRäthscl, wie sie es möglich gemacht haben, durchzukommen.Aber wenn ich mir so meine alte Schwiegermutter betrachtethabe, so glaubte ich die Lösung dieses Räthscls in demalten Sprüchlein gefunden zu haben: