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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
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Auf Gott vertrau,

Arbeite brav,

Uud leb' genau.

Ja, das wurde in diesem Hause zur Wahrheit. Wirm ußten", so erzählte meine alte Schwiegermutter,auchwährend der Schulstunden spinnen, bis die Reihe desLesens oder Ansagens an uns law. Fast alle unsereKleidung machten wir uns selber, und wenn wir unserFlachs anfgesponncn hatte», spannen wir für andere Leute.Vater und Mutter halsen im Sommer mit in der Erntebei andern Leuten und die älteren Kinder gingen in Dienstebei Bauern, außer zweien, die das Schneiderhandwerk lernten.Einer davon starb aber, als er schon Geselle war; derandere hat sich im Dorfe vcrheirathct. Von meinen andernBrüdern weiß ich nicht, wo sie geblieben sind, da wir nichtwieder zusammenkommen konnten, und sie mich nachher auchnicht besucht haben."

Wenn nun schon bei solcher äußeren Dürftigkeit mancheSorge uud Noth nicht ausblieb, wie wehe mußte nun garnoch der Verlust ihrer wenigen Habseligkeiten durch einenschändlichen Diebstahl thun! Meine Schwiegermutter er-zählte davon also:Wir hatten unser mühsam gesponnenesLeinenzeug in einen großen Koffer gepackt. Und da wirnur wenig Platz im Hause hatten, so hatten wir den Kofferans den Kirchbvden gesetzt, wo wir auch glaubten, daß eram sichersten stünde. Da stand er nun manches Jahr undwir waren ganz unbesorgt. Eines Morgens geht unserVater zum Läuten und findet die Kirchthür offen, aberangelehnt. Er geht hinein. Aber was für ein Anblickbietet sich ihm dar! Von Kanzel und Altar sind die Gedeckeheruntergerissen und die Goldborten abgetrennt; die Leuchterund alle irgend beweglichen Werthgcgenstände sind fortdie Kirche ist bestohlen. Bis zum Weinen betrübt steht erda und schaut die von fluchwürdigen Händen verübte Zer-störung au; er eilt nach Hanse und erzählt uns, was inder vergangenen Nacht geschehen ist. Wir eilen alle mitihm zur Kirche, und Mutter steigt auf den Boden und wir