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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
Seite
140
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ich und der Bauer Malchow gewählt wurden. Wir wurdenspäter durch Handschlag an Eidesstatt in unser Amt ein-geführt, und erhielten dann in der ersten in Buchholz ab-gehaltenen Sitzung unsere gedruckte Instruction. Darnachhatten wir dann l2 Plenarsitzungen, die aber später aufunfern Antrag in Schönebeck auf 4 verkürzt wurden, daauch der Stoff für so viele Sitzungen unmöglich vorhandensein konnte, besondes in so kleinen Gemeinden wie Schöne-beck und Woltersdorf. Die Stellung als Gemeindc-Kirchcnrath ist aber keine so erfreuliche, zumal die Gemeindenanfangs und zun: Theil noch jetzt wenig Notiz davon nahmen,und die ganze Einrichtung als eine aufgedrungene betrachteten,so daß mehrere Gemeinden der Nachbarschaft sich sogarentschieden dagegen weigerten, schließlich aber doch nachgebenmußten.Wir wollen uns unfern alten Glanben nichtnehmen lassen!" hatten mehrere geäußert. Und sie hatteninsofern nicht ganz Unrecht, als durch diese neue Einrichtungdem Bestreben der Union in Preußen Borschub geleistetund das Bekenntniß der lutherischen Kirche zurückgedrängtwerden konnte. Indessen blieb ja jeder Gemeinde ihr Be-kenntniß gewahrt und konnte nun erst recht durch ihreVertreter erhalten werden, wenn dies nur überhaupt ent-schiedene gläubige und bekenntnißtreue Männer waren. Undum diese zu gewinnen, war ja eben durch Stimmenmehrheitgewählt. Hatte nun die Gemeinde in der Person desGewählten ihrem Bekenntnisse keinen Ausdruck gegeben, sohätte sie sich allerdings nicht wundern können, wenn das-selbe gefährdet wurde. Indessen glaube ich, daß Schönebeckdabei nichts zu befürchten hatte, obschon es eine furchtbareGleichgültigkeit war, daß bei der Wahl wir zwei Gewähltenauch bloß die einzigen Wähler waren und wir im plenovon den übrigen Anwesenden gewählt wurden. Wir hattennachher das Vergnügen, von Niemanden beachtet zu werden,so daß es uns ging wie Saul nach der Königswahl, eshieß da auch bei uns:Was sollen uns diese Helsen!"Freilich zu verwundern war dies ja auch wieder nicht,waren doch selbst die Pastoren vielfach gegen diese Ein-