Sternlein und wir kamen immer näher und standen endlichvor der Thür. Wir wurden eingelassen und begrüßt. Eswar aber schon gegen 11 Uhr; wir tranken noch eineTasse Thce und gingen bald zur Ruhe, denn ich war ziem-lich abgespannt und müde, konnte aber doch nicht gleicheinschlafen, denn allerlei Gedanken und Empfindungen dnrch-wogten meine Seele.
Am 1. Mai sollte das Haus ciugeweihet und ich alssein zukünftiger Hausvater eingeführt werden. Wir benutztendiese paar Tage zu Vorstellungsbesnchcn bei den andernBorstandsmitgliedern, und Bruder Wcdckiud suchte micheinigermaßen mit den Verhältnissen bekannt zu machen.Wir machten Inschriften und Kränze über die Thürcn,putzten und scheuerten, und ehe wir dachten, kam der Fest-tag heran.
Die kleinen Räume der Wohnstuben waren bald ge-füllt von Freunden des Hauses aus Nah und Fern. DieFestrede hielt Herr Pastor Besser über das Evangeliumvom guten Hirten am Sonntage NiserioorAms cloinini.Br. Wedekind katcchisirte mit den 5 Kindern über dieSchöpsungsgeschichte, woran sich meine Einführung anschloß.Bei derselben wurde mir vom ersten Vorsteher, HerrnMajor von Rohr, meine Beglaubigungsurkunde übergeben,auf welche ich dann mit Handschlag verpflichtet wurde. Ichgebe dieselbe hier in Abschrift nach dem Original:I. ll. N.
Der unterzeichnete Verwaltungsrath des Dannen-walder Rcttungshauses für sittlich verwahrloste Knabenaus der Prignitz ernennt und installirt hiermit denBruder Dlleocior iblolcart ans dem Brüderhause zuibleiastöät bei HuöAIlllbui'A zum Hausvater des ge-nannten Rettnngshauses, in der Hoffnung, daß derselbealle ihm aus seinem bisherigen Wirkungskreise wohl-bekannten heiligen Pflichten allezeit treu zu erfüllen ausallen Kräften Leibes und der Seele sich bemühen werde,so wie er es vor Jesu dem Kinderfreunde und vorseinem Gewissen, und für die Zeit seiner Arbeit in diesem