Disselhof, Meimers Nachfolger und Schwiegersohn und derjetzige Pastor an der St. Johanniskirche in Berlin,Junghans), theils von unserm Inspektor. Die Fähigerenmußten selbst mit Unterricht ertheilen, denn es herrschte derGrundsatz: (looerxlo clisoimus, durch Lehren lernt man.Und da ich einigermaßen die Fähigkeiten zum Unterrichtenbesaß, so hatte ich wöchentlich l2 Stunden Unterricht zuertheilen, während ich täglich selbst 3 Stunden erhielt. Wirsollten ja nicht viel, aber das Wenige gut lernen und dieHauptsache blieb doch immer die Erziehung der verwahr-losten Jugend. Wir sollten ja keine Schulmeister mit auf-geblähetem Weisheitsdünkel, sondern durch Gottes GnadeMithelfer im Reiche Gottes an den Elenden und Ber-kommencn werden.
Neben dem Unterrichte war besonders auch die Arbeitein Mittel zur Erziehung für das Leben. Wir mußtenmit und für die Kinder arbeiten, theils in der Werkstätte,theils in Garten und Feld. Da diese Arbeiten ebenmannigfaltig waren, so lernte einer vom andern und jedersammelte sich mancherlei Fertigkeiten, die ihm später inseinem Berufe zu Nutze kommen sollten, und was nebenbeidoch immer wieder die Hauptsache war: wir lernten dieKinder in ihrem Thun und Treiben besser kennen. Daswar auch der Fall in den Erholungsstunden, beim Spielund beim Spaziercngehn; überall waren wir darauf ange-wiesen die Kinder zu leiten, zu belehren, zu ermahnen, zuwarnen und auch zu strafen; aber Alles in der Zucht undVermahnung zum Herrn. Wir waren Erzieher und dochauch wiederum Zöglinge, die sich vom Geiste Gottes ziehenlassen sollten, denn ohne denselben kann man nicht erziehen,wenigstens nicht zu einem christlichen Leben.
Da sich die Zahl der Brüder vermehrt hatte, so wurdeich Krankenpfleger bei einem wassersüchtigen Knaben undlernte auch da in einem Dienste mich üben, der nicht ohneSegeil für mich war, und nebenbei besorgte ich die Colpor-tage, denn es befand sich im Hause eine Zweigagentur desRauhen Hauses und des evangelischen Büchcrvereins in Berlin.
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