ihr ein neuer Wirkungskreis trat au mich heran in ganzanderer Gestaltung und mit ganz andern Anforderungen.
4.
Drei Lehrjahre.
Es waren zur Zeit, als ich in die Neinstedter Anstalteintrat, etwa 24 Kinder aufgenommen, welche in zwei so-genannte Familien getheilt, unter der Aufsicht und Leitungzweier Brüder, Wcdekind und Nöhrike, standen. Ein dritterBruder war kurz vor mir eingetreten und ich war somitder vierte Helfer. Wir wurden den beiden altern Brüdernals Assistenten zugesellt, um die Einrichtung und Ordnungdes Familienlebens im Ncltnngshanse besser kennen zulernen, wohnten aber, da es dermalen noch an den nöthigenRäumlichkeiten fehlte, auf dem Dachboden ganz brüderlichund vergnügt beisammen, und ergötzten uns nachher nochoft über unsere hoch angelegte Klause mit der schonenAussicht nach den Harzbergen. „Mochte wohl nochmalwieder da oben wohnen und aus den Dachluken sehen; eswar doch schön da oben", schrieb mir nachher der liebeBruder Kelle ans Hillersleben.
Drei Jahre dauerte nach den Aufnahmebedingungender ordnungsmäßige Cursus für unsere Ausbildung.Während dieser Zeit bekam jeder ordentlich aufgenommeneBruder, nachdem er das erste Bierteljahr als Probezeitzurückgelegt hatte, Wohnung, Kleidung, Kost und ein wöchent-liches Taschengeld von 3 Sgr. zu beliebiger Verwendung.Das ganze Anstaltsleben regelte eine bestimmte Tages-ordnung, oie ihren Ursprung in einer festgestellten Hans-ordnung hatte, deren Ueberwachung und Leitung demJnspector oblag. Lehrend und lernend, so wurde jedervon uns verwendet nach dem Maße der Kräfte und Fähig-sten, die Gott einem jeglichen verliehen hatte. DenUnterricht erhielten wir theils von den Hauslehrern imNathusiils'schen Hause (zu meiner Zeit waren es der jetzigeMissionsinspectvr Kratzenstcin am Berliner Missionshause,der jetzige Director der Diaconissen-Anstalt zu Kaiserswerth,