war mir höchst zuwider. Im Winter baten mir nun einigeNachbarn ihre Kinder an, ich möchte ihnen täglich einigeStunden Privatunterricht ertheilcn. Mit Erlaubnis; meinerEltern nahm ich's an und bald kamen auch andere, sv daßich einmal an 20 Kinder im Unterrichte hatte. Dadurchbekam ich allerdings einige Fertigkeiten im Unterrichtenund meine gcwvnnenen Kenntnisse zu verwcrthcn, mir aucheinige gute Bücher anzuschaffen; aber außerdem, verlohntees sich kaum der Mühe wegen der geringen Einnahme,wöchentlich einen Groschen pro Kind, und dann trat dieseSache doch auch hindernd zwischen unsere Arbeit und dasgenirte mich. Da nberdem verlautete, daß einige Lehrersich darüber beschweren wollten, so gab ich die Sache wiederauf, da ich auch glaubte, daß sie zu nichts führe, undmeinen Eltern beschwerlich wurde. Das war in den Jahren1844 und 1845.
Noch will ich hier einer zwar unscheiulichen Sacheerwähnen, die bis jetzt nicht ohne Rückwirkung geblieben ist.Mein Vater war im Betreff des Kirchendienstcs sehr pünkt-lich und konnte über das kleinste Versehen sehr zornig»Verden, und ich nahm mich daher sehr in acht. Nun ge-schah es aber doch einmal, daß ich an einem heißenSommernachmittage bei dem Kindcrgottesdicnste die Bälgezu treten hatte, die sich im Thurme befanden. NachBeendigung des Liedes ging ich hinter die Orgel undhörte, wie gewöhnlich, der Katcchisation zu. In der Kirchewar es hübsch kühl und ich schlief gemüthlich ein undwachte auch dann erst auf, als der Schlnßvcrs, natürlichohne Orgelbegleitnng, gesungen wurde. Ich bekam abersolch' einen Schreck und schämte mich dermaßen, daß ichmich kaum gctrancte nach Hause zu gehen. Dies hatteaber die gute Nachwirkung, daß ich nie wieder in derKirche geschlafen habe. Dies war in den» heißen Sommer1843.
In dem Jahre 1844, welches durch merkwürdigekirchliche Begebenheiten sich auszeichnete, nämlich durch dieAusstellung des angeblich heiligen Rockes Christi in Trier,