gleich mir begierig nach Büchern war, sorgte dafür, daßwir immer etwas zn lesen hatten. Da wir beide großeFreunde mittelalterlicher Gegenstände waren, so machtenwir öfter kleine Reisen zu den in der Nähe liegenden allenRuinen alter Bergschlösser und Ritterburgen, ja wir kamensogar bis zn der alten Burg Kiffhansen, wo Kaiser Friedrichder Rothbart gewohnt hatte.
Im Sommer und Herbst hatte mein Vater vollaufArbeit und mußte gewöhnlich noch einen Mitarbeiter an-nehmen. Das brauchte er nun nicht mehr, ich half ihmans allen Kräften bei seinen Handarbeiten und wir ver-dienten viel Geld. Außerdem konnte ich meinem Vater inseinen kirchlichen Beschäftigungen manches abnehmen. Dasgefiel ihm Alles sehr schön und ich hatte es mir zur Auf-gabe gemacht zu helfen, so viel ich konnte; aber eine eigent-liche innere Befriedigung fand ich an diesem Berufe nicht.Denn erstens war ich den großen Anstrengungen, wie siebesonders im Sommer beim Holzspalten erforderlich waren,wo mehrere hundert Klafter zu Küchcnholz verarbeitetwurden, mit meinen schwachen Kräften nicht gewachsen undich hätte es auf die Dauer doch nicht ausgeholten. Fürsandere gab es im Winter oft ganze Wochen, wo die Arbeitfehlte und dann mußten wir uns knapp einrichten, und dieserMangel that mir wehe, weil er oft zn Unannehmlichkeitenführte. Fürs Dritte aber war mir diese Arbeit zu ein-tönig und ich fand darin keine Bürgschaft, künftig mit Lustund Freude dabei zu verbleiben, und mein Sinn stand nachetwas andern. Aber was? Darüber konnte ich mir nichtklar werden.
Bon den wenigen Groschen, die mir mein Vater dannund wann gab, schaffte ich mir noch einige Bücher an zndenen, die ich mir schon während meiner Schulzeit mitBeihülfe kleiner Verdienste außer den Schulstunden gekausthatte. Ich fand nun besonders am Sonntage meine besteErholung, nach der Kirche in meinen Büchern zn lesen undwenn das Wetter schön war, machte ich einen Spaziergangin Gottes schöne Natur, denn in ein Gasthaus zu gehen