- 85 -
fröhlichen Mahle zusammen kamen. Das halte wohl meineEltern in große Verlegenheit bringen können, aber derliebe Gott hatte schon das Herz einer reichen Fran in derGemeinde angeregt, die lud uns und nnsern Pastor ein,und da ihr Sohn neben mir als zweiter von oben saß, sofehlte es nicht an einer reichlichen Bewirthnng, und wirhatten einen schönen, fröhlichen Confirmationstag, der heiterund ungetrübt die Tage der Kindheit beschloß.
2.
Mancherlei Wege, aber kein bestimmtes Ziel.
Der Eingang in das bürgerliche Leben war mir nungeöffnet, und ich trat hinein mit der wichtigen Frage: Wassoll ich werden? Die Frage hatte unser lieber HerrPastor, che wir zur Beichte gingen, auch schon an michgerichtet und er mochte dabei seine besonderen Gedankenhaben, aber ich wußte darauf keine bestimmte Antwort zugeben, auch meine Eltern hatten sich darüber nicht geäußert.Gar viel Gedanken machte ich mir damals darüber nicht,wußte ich doch, daß meine Wege in Gottes Führung standenund daß er es wohl machen würde. Hätte ich mich nurseiner Führung immer ganz ergeben, er würde sie viel eherzu einem gewünschten Ziel geführt haben.
Nach dem Genüsse des heiligen Abendmahls und alsdie fröhlichen Ostertage vorüber waren, nahm mich meinVater mit auf Arbeit und zwar bei die Gärtnerei, welcheer besonders im Frühjahre betrieb. Es wurde mir herzlichsauer, den ganzen Tag bei der Arbeit auszuhallen, abernach und nach gewöhnte ich mich daran, besonders da jaauch oft Tage dazwischen kamen, wo wegen des Wettersnicht gearbeitet werden konnte. Diese Mnsestundcn benutzteich dazu, um mich weiter fortzubilden, denn die Schule lagmir doch noch sehr am Herzen, so daß ich auch oft desNachts noch davon träumte. Ich las und schrieb, besondersarbeitete ich meine Notizen über das Rechnen aus, die ichmir in der Schule gemacht hatte. Mein Onkel EduardPresse!, der noch ein Jahr mein Schnlcollege gewesen und