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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
Seite
84
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Bibel nn Arme zu einein billigen Preise oder mich ganzumsonst abzugeben. Eine besonders nützliche Uebnng wardas Aufschreiben des Themas und der Haupt- und Nebcn-thcile seiner Predigten und was wir sonst ans denselbenbehielten. Wir mußten es reinlich geschrieben am Montageabliefern. Dadurch bin ich erst zum Verständniß einerPredigt gekommen. Zur praktischen Bibelkenntniß hattenwir öfter Bibelaufschlagen, wobei er die Stelle angab unddie drei ersten, welche die Stelle zuerst fanden, dieselbelesen durften. Wie er denn überhaupt viel auf Bibcl-keuutniß gab und zu diesem BeHufe einmal ein ganzes Jahrin der Sonntagskinderlehre die Bibel in ihren Hauptstellendurchnahm. Er setzte seine Coufiriuanden nicht, wie vielePastoren es machten, nach Stand und Vermögen, sondernnach ihren Kenntnissen und so kam es auch, daß ich beimeiner Einsegnung den ersten Platz einnahm, obwohl vieleKinder reicher Eltern unter mir saßen, worüber auch eingroß Gerede in der Gemeinde entstand, aber er machte sichnichts daraus.

So kam denn der Tag heran, an welchem ich dieSchule verlassen mußte. Unser lieber Oberlehrer Lincke gabuns zum Abschied den Spruch aus Psalm 119, 9:Wiewird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenner sich hält nach deinen Worten", mit ans den Lebensweg.O ja, solch' Abschiedswort eines treuen Lehrers dringt insHerz und bewegt es, daß auch die Thränen im Auge davonZengniß geben müssen. Ein solcher Spruch kann einemein Licht und eine Leuchte im Leben werden. Wie Vielemögen ihn längst vergessen haben!

Der 9. April 1843 war der Tag meiner Confirmntivn,gewiß ein Frendentag für meine lieben Eltern und einwichtiger Tag des Lebens für mich selbst. Bei der Er-neuerung meines Taufgelübdes erhielt ich den auch aufmein Confirmationszeugniß gedruckten Lebensspruch ausPsalm 37, 5: Befiehl dem HErrn deine Wege, und hoffeauf ihn, Er wird es wohl machen. Nachmittags war esSitte, daß die Coufiriuanden bei dem Ersten zu einem